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Der Prignitzer

29. Juli 2016 | 09:52 Uhr

Museum hält Perleberg in Atem : Vorschlag: Stelle für Museumsleiter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bürgermeister bedauert Kündigung Knüveners und plant Änderungen in der Struktur

Die Wogen schlugen hoch, als Dr. Peter Knüvener, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Stadt- und Regionalmuseums, vergangenen Mittwoch öffentlich machte, dass er kündige (zu lesen in unserer Donnerstagsausgabe). Als Grund führte er an, dass ein eigenständiges Arbeiten, Engagement und Ideen hier in der Verwaltung nicht gefragt seien.

Zur eigentliche Personalie will sich Bürgermeister Fred Fischer in der Öffentlichkeit nicht äußern, doch sei das Bild, das bisher gezeichnet wurde, unvollständig und es schade der Stadt. So bat er gestern kurzfristig zum Pressetermin.

Am morgigen Donnerstag will Fischer im Hauptausschuss den Vorschlag unterbreiten, die Verwaltung zu beauftragen, im ersten Nachtragshaushalt die Schaffung eines zentralen Gebäudemanagement zu prüfen. „Das ist beispielsweise auch unabdingbar bei der Betreuung des Museums während der Bauphase. Da muss dann nicht ein wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Schlüsseldienst degradiert werden.“


Drei Festanstellungen fürs Museum


Für das Museum solle seitens der Verwaltung geprüft und von ihr Vorschläge unterbreitet werden, die Struktur bis zur Eröffnung der Einrichtung nach der umfangreichen Sanierung den Gegebenheiten anzupassen. Damit einher gehe dann die Schaffung der Stelle des Museumsleiters, einer Stelle eines Mitarbeiters für Museumspädagogik plus der bereits jetzt vorhandenen Mitarbeiterin.

Das hieße im Klartext: drei feste Stellen fürs Museum. Dass jene real benötigt werden angesichts der Aufgaben als Stadt- und Regionalmuseum, das habe bereits eine Prüfung des zuständigen Sachbereiches vor der Stellenausschreibung des wissenschaftlichen Mitarbeiters ergeben. „Zumindest dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung und dem Vorsitzenden des Kulturausschusses war das bekannt. Die Chance war da, die Struktur zu ändern“, so Fred Fischer, der zu dem Zeitpunkt wie auch zu dem der Einstellung von Dr. Knüvener vom Dienst suspendiert war, wie er anführt.

Die Kündigung von Dr. Knüvener bedaure Fischer sehr. Er schätze ihn als überaus kompetenten Fachmann. Dr. Knüvener hätte tags zuvor ein vertrauliches Gespräch gesucht, „ans vertraulich habe ich mich auch gehalten“, so der Bürgermeister.

Erfahren habe er aber, dass sowohl der Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung als auch der Vorsitzende des Kulturausschusses seit geraumer Zeit informiert waren, dass Dr. Knüvener sich mit dem Weggang beschäftigte. Reagiert hätten sie aber nicht.

Aus den Gesprächen, von denen es mehrere gab, wisse er, Fischer, dass Probleme existierten, „aber für uns keine unüberwindbaren“. Vielmehr ging es um die Einhaltung von Verwaltungshierarchien. „Vom Mitarbeiter bis zum Fachbereichsleiter ist ihnen zu entsprechen, da gibt es auch keinen Ermessensspielraum.“ Als Beispiel führte Fischer an, das Vorträge organisiert und erst dann mit dem Fachbereich abgestimmt wurden.

Er verstehe aber auch, dass ein so hochausgebildeter Fachmann auf der Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters nicht zufrieden sein kann. Allerdings habe er sich darauf beworben.

Die Kündigung jetzt müsse die Verwaltung akzeptieren, doch wenn die Stadtverordneten einer Strukturänderung, sprich der Schaffung der Stelle für einen Museumsleiter zustimmen, dann könnte diese durchaus auch Dr. Knüvener bekleiden.


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erstellt am 28.Jan.2014 | 22:00 Uhr

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