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Der Prignitzer

27. März 2017 | 12:43 Uhr

Hoffmanns Hotel in Perleberg Gesichert : Von der Brandruine zum Hingucker

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Inhaber Dieter Hoffmann-Axthelm hofft, übers Internet Nutzer oder Käufer für das Anwesen zu finden.

Nachdem die Fassade von Hoffmanns Hotel im Zuge der Sicherung des Gebäudes wieder zu einem echten Hingucker geworden ist, hat das Einzeldenkmal nun auch wieder eine Eingangstür. In diesem Fall schon ein kleiner Aha-Effekt. Denn selbst alteingesessenen Perlebergern dürfte dieses Bild unbekannt sein, mutmaßt Dieter Hoffmann-Axthelm. Nach dem verheerenden Brand im Januar 2010 hatte er das Anwesen erworben, um es zu retten. Denn der Abriss hing schon wie ein Damoklesschwert über der Brandruine.

Einzig ein Türrahmen, der aus der Zeit um 1820 stamme, schätzt der Hausbesitzer, weist darauf hin, dass an dieser Stelle mal der offizielle Einlass war. Ob Zeitgeschmack oder Funktionalität der Grund war, lässt sich nicht nachvollziehen. Fest steht aber, dass der Hotelier um 1900 den Eingang samt Treppe ins Gebäude verlegte. Fortan betrat man das gastliche Haus über einen Vorbau.

Zurück in seinen Ursprung hat Dieter Hoffmann-Axthelm nun den Eingangsbereich geholt. Der historische Türrahmen wurde aufgearbeitet, die eigentliche Tür ließ der Hausherr nach eigenem Entwurf im klassizistischen Stil, einschließlich der Farbgebung nachbauen. „Die Oberlichter in der Tür waren im Original so angeordnet. Das belegen alte Abbildungen“, so Dieter Hoffmann-Axthelm.

Was nun noch fehle, sei die Treppe, über die man ins Haus gelangt. Die will Axthelm auch wieder nach vorne ziehen, so dass dann Tür samt Stufen wieder ins Haus und dann in einen 15 Meter langen Flur führen.

Fassadenmäßig ist Hoffmanns Hotel dann fertig, und auch im Innern wurde gesichert, was das Gemäuer zusammenhält und trägt. Von oben bis unten wurde neues Fachwerk eingezogen, das allerdings noch nicht ausgefacht ist. „Das gibt die Sicherung nicht her, dafür reicht das Geld gar nicht“, fügt der Hausherr an, der dafür eine Förderung, sprich 300 000 Euro erhielt. Dennoch wurde so die Voraussetzung geschaffen, dass das Haus auch die nächsten hundert Jahre überlebe. Was ihm jetzt letztlich noch fehle, sei der Innenausbau.

Bei den Arbeiten wurde die eigentliche Schönheit des Gebäudes erst wieder sichtbar, betont Hoffmann-Axthelm. Perleberg habe kein zweites Barockpalais. Das Haus hätte in Berlin stehen können, es sei auch von einem Berliner Architekten entworfen worden.

Das Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde in den Jahren aber immer wieder umgebaut. „Es wurde weggesägt, was im Wege stand, Wände wurden versetzt, um mehr Platz zu schaffen, und somit wurde das Haus immer instabiler“, berichtet Hoffmann-Axthelm. Dazu der Schwamm, der sich seit über 100 Jahren in dem Haus ausbreitet. Der Brand selbst habe dem Haus nicht so zugesetzt.

Doch nicht nur das Hotel sei nun gesichert, auch der angrenzende Saal habe inzwischen ein Notdach erhalten. Man könne nun nicht mehr vom Erdgeschoss in den Himmel blicken.

Und wie nun weiter? Das Gebäude werde er ins Internet stellen, in der Hoffnung, so Nutzer oder auch Käufer zu finden.  

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erstellt am 17.Mär.2017 | 05:00 Uhr

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