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Seehund gesichtet : Video: Elbe wird zur Seehund-Badewanne

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mehrere Zeugen haben das Tier zwischen Cumlosen und Lenzen gesehen

Ein Seehund in der Elbe: So etwas gab es in der Region schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Nun berichtete ein Leser auf unserer Facebook-Seite von seiner Entdeckung und stellte gleich noch einige Fotos dazu. „Ich konnte es erst gar nicht glauben als ich das Tier bei Lütkenwisch sah. Mein Kollege und ich haben schon an uns gezweifelt“, schildert der Mann im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Der Schiffsführer und Peilmatrose beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Wittenberge möchte seinen Namen nicht in der Zeitung sehen. „Wir sind die Elbe von Wittenberge Richtung Dömitz hochgefahren, um turnusmäßig die Fahrrinnentiefe zu kontrollieren. Plötzlich tauchte das Tier in unserer Nähe auf.“

Wie lange der Seehund schon in der Elbe schwimmt, ist unklar. Die erste Sichtung erfolgte laut Naturwacht Lenzen am 31. Oktober. Drei weitere gab es seitdem. Unter anderem hat Fährbetreiber Ingo Scholz in Lütkenwisch bei einer seiner Touren den seltenen Besucher beobachtet.

„Als ich das von einem Angler geschossene Bild sah, war ich mir sofort sicher, dass es ein Seehund ist“, betont Marion Korsch von der Naturwacht Lenzen. „Zudem gab es danach Informationen über eine weitere Sichtung und aus unseren Unterlagen kannte ich die Berichte von früheren Aufenthalten.“ Die Entdeckung des Seehundes ist für Jürgen Herper von der Naturwacht Rühstädt keine Überraschung. „Solche Sichtungen gab es schon immer, letztmals in den 80er und 90er Jahren.“

Warum die Tiere für einige Zeit in die Elbe wandern, sei wissenschaftlich noch nicht geklärt, so Herper. „Die Wasserqualität ist gut und es gibt im Fluss genügend Fische für den Seehund, so dass er sich in der Elbe wohlfühlen kann.“ Tote Seehunde seien am Prignitzer Elbabschnitt noch nie gemeldet worden, betonte der erfahrene Naturbeobachter. Wann das Tier zurück in Richtung Nordsee schwimmt, lässt sich nach seinen Erfahrungen schwer voraussagen, frühere Aufenthalte dauerten zum Teil mehrere Wochen. Das Problem wird für das Tier wieder das Stauwerk Geesthacht werden, das er wie auf dem Hinweg wieder überwinden muss, um zu den Seehundrevieren bei Cuxhaven oder bei Hamburg zu gelangen. Dieses Hindernis kann das Tier am besten bei starker Tide passieren. Ob das Tier auf dem Hinweg die neue Fischtreppe genutzt hat und das wieder tun wird ist offen, aber die bei weitem wahrscheinlichste Variante. Möglich ist auch, dass sich der Seehund mitschleusen lässt oder für ein kurzes Stück den Landweg wählt.

Einen Namen hat der Seehund bisher noch nicht. Falls Sie eine Idee haben, senden Sie eine Mail an pri@prignitzer.de, schreiben Sie uns auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/prignitzer oder rufen Sie an unter 03877/92 90 82 80. Bis kommenden Montag nehmen wir Vorschläge entgegen.

 

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erstellt am 10.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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