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Der Prignitzer

09. Dezember 2016 | 12:35 Uhr

Seltenes Häuschen verrottet langsam : Taubenhaus auf der Denkmalliste

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rettung für kleines, unscheinbares Gebäude am Straßenrand in Hoppenrade durch CJD Prignitz / Denkmalbehörde muss mitziehen

Es ist ein kleines, unscheinbares Gebäude das am Straßenrand, etwas versteckt, sein Dasein fristet. Ein Bauwerk, wie man es kaum in einem Ort sieht: Das Taubenhaus. Es gehörte früher zum Gutshof in Hoppenrade und war wirklich Heimat zahlreicher Tauben. Seit vielen Jahren steht das kleine Gebäude ungenutzt und verfällt so vor sich hin. Bereits vor Jahren, so Ortsvorsteher Ulrich Schulz, hatte man die Sanierung des kleinen Gebäudes ins Auge gefasst. Ein Sponsor wollte damals die Kosten übernehmen. Aus wirtschaftlichen Gründen – oder einfacher: wegen nicht so gut laufender Geschäfte – kam es vor Jahren nicht dazu.

Nun soll ein neuer Versuch gewagt werden. Bis zu 20  000 Euro könnte es kosten, das Taubenhaus wieder bewohnbar zu machen. „Damals gab es zwei Varianten: Entweder das Haus zu verkleinern und als Informationspunkt auf das Dreieck in Hoppenrade zu stellen, oder es komplett zu sanieren und wieder als Taubenhaus zu nutzen“, so Schulz. Heute favorisiert man, das Taubenhaus von seinem Standort auf den Hof des CJD Prignitz zu transportieren, es dort wieder instand zu setzen nach historischem Vorbild und hier auch wieder Tauben einziehen zu lassen. „Das CJD hat sich in Gesprächen bereit erklärt, sich um das Haus und die Tiere zu kümmern“, so Schulz.

Allerdings, zur Überraschung aller Beteiligten, wurde das unscheinbare Häuschen 2014 in die Denkmalliste des Landkreises aufgenommen. „Wir stehen jetzt vor dem Problem, dass wir jemanden haben, der die Sanierung und den Transport finanzieren würde. Jetzt aber dürfen wir das Taubenhaus weder fortbewegen noch dürfen wir es einfach sanieren ohne Zustimmung der Denkmalbehörde“, sagt Schulz.

Von der Gemeinde gebe es grünes Licht für das Vorhaben, solange es die Kommune kein Geld koste. „Die Situation ist jetzt die: Bewegt sich die Denkmalbehörde und stimmt unseren Plänen zu, wäre dies die Rettung für das kleine Gebäude. Stimmt die Denkmalbehörde nicht zu, wird es über kurz oder lang das Ende für das Taubenhaus bedeuten. Wem aber nützt ein Denkmal, wenn es bald nur noch ein Haufen Bauschutt ist“, warf Schulz in die Runde bei der Sitzung des Garzer Ortsbeirates.

 

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