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Der Prignitzer

11. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Disko in Wittenberge : Tanzen am verrückten Freitag

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Oberstufenzentrum veranstaltet morgen die zehnte integrative Disco. Jeder ist ab 19 Uhr in der Zellwolle willkommen.

Morgen ist es wieder so weit: verrückter Freitag in Wittenberge. Offiziell heißt es Freaky Friday. Dahinter verbirgt sich eine integrative Disco, die Schüler des Oberstufenzentrums seit zehn Jahren veranstalten. Aus einer anfangs kühnen Idee hat sich ein Abend entwickelt, dem vor allem behinderte Menschen aus der ganzen Region entgegen fiebern.

„Halloween ist unser Thema“, sagt Katja Ott. Sie hat zusammen mit Jessica Ruhwald und Anna-Maria Kuchher die Fäden in der Hand. Gemeinsam mit ihren Mitschülern aus der Heilerzieherklasse bereiten sie die Disco vor. „Von der Sponsorensuche über die Dekoration bis hin zum DJ“, erzählt Katja Ott. All das ist Bestandteil ihrer Ausbildung.

Im Unterricht haben sie Platzdeckchen gebastelt, am Fotorahmen hängen Spinnweben herab und die possierlichen Tierchen werden auch im Partyraum zu finden sein. Das zweite Jahr in Folge findet der Freaky Friday in der Zellwolle statt.

„Angefangen haben wir vor zehn Jahren in der Kulturscheune Schilde, wurden dort auch immer hervorragend unterstützt“, sagt Klassenlehrerin Marion Block. Seit dem vergangenen Jahr sind sie in Wittenberge. Grund dafür sei vor allem der größere Platz.

„Schon jetzt haben wir 170 Anmeldungen allein von Behinderten. Hinzu kommen Betreuer, wir selbst und hoffentlich ganz viele andere Besucher, denn jeder ist ab 19 Uhr willkommen, niemand muss Berührungsängste haben“, so Jessica Ruhwald.

Die Gäste kommen aus Einrichtungen der Lebenshilfe, des CJD und der Awo. Fahrdienste bringen sie aus Pritzwalk und sogar aus Osterburg nach Wittenberge.

Manche warten ein ganzes Jahr auf diesen einen Abend und treffen nur hier Freunde, die bei einem anderen Träger wohnen, erzählen die Schülerinnen. Das wissen sie aus Gesprächen und der gemeinsamen Vorbereitung mit den Behinderten. „Erstmals haben wir mit ihnen zusammen die Deko gebastelt. Das kam total gut an.“ Auf den Tischen werden bemalte Kürbisse und Teelichter stehen.

Als vor zehn Jahren die Lebenshilfe an das Oberstufenzentrum mit dieser Idee herantrat, war es noch ein Experiment. „Im dritten Ausbildungsjahr müssen die Schüler ein Fest vorbereiten. Warum sollten wir uns ein theoretisches ausdenken, wenn wir die Disco in der Realität haben“, blickt Marion Block zurück. Mittlerweile gilt das Experiment längst als gelungen, ist fester Bestandteil der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Durch die jährlichen Praktika haben die Schüler regelmäßig Kontakt zu Trägern und den Behinderten. Das schafft Vertrauen und erleichtert die Arbeit.

Die Vorbereitung selbst ist alles andere als leicht. Das hatten Katja Ott und ihre Mitstreiter besonders im vergangenen Jahr gespürt. Da gab es keinen dritten Jahrgang, sie mussten einspringen. „Dieses Jahr waren wir vorbereitet, haben uns mehr Zeit genommen“, so Katja Ott. Auf Kuchenbasaren und Flohmärkten sammelten sie Geld. Die Finanzierung liegt vollständig in ihrer Verantwortung. „Wir freuen uns, dass wir Sponsoren fanden, auch das wird von Jahr zu Jahr nicht einfacher.“

Zum Auftakt wird es einen Eröffnungstanz geben. Den haben die OSZ-Schüler einstudiert, bei der Zugabe werden die Behinderten bereits mit ihnen zusammen tanzen. „Viel mehr Programm machen wir nicht, das ist auch gar nicht nötig. Sie wollen einfach nur tanzen, erzählen und das den ganzen Abend lang“, verrät Katja Ott.

 

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erstellt am 06.Okt.2016 | 03:45 Uhr

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