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Der Prignitzer

10. Dezember 2016 | 17:36 Uhr

Adventszeit in der Prignitz beginnt : Tannen, Selbstgestricktes und Bürgerfleiß

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vorweihnacht im Ländchen erlebte der „Prignitzer“ in Dallmin, Blüthen, Groß Lüben, Cumlosen und Schilde.

Advent: Das ist die Zeit, in der die Menschen auch in der Prignitz enger zusammenrücken, Tannen schmücken, der Märkte mit Bratwurst und heißem Glühwein, mit Kerzenschein und weihnachtlichen Klängen.


Dallmin


„Am Sonnabend vor dem 1. Adventssonntag stellen wir im Dorf den Weihnachtsbaum auf. Das ist bei uns Brauch“, erzählt Anke Ehmke. Wir, das sind die Freiwillige Feuerwehr und der Dallminer Heimatverein. Anke Ehmke ist die Vorsitzende. Und während sie ’rumfragt, wer sich an diesem nasskalten Vormittag mit Glühwein aufwärmen möchte, binden Ingrid und Marika Krohn der gerade erst in einem Vorgarten an der Hauptstraße geschlagenen Tanne die ersten roten Schmuckschleifen ins Geäst. „Es ist doch schön, etwas fürs Dorf zu tun. Das stärkt den Zusammenhalt“, sagt Ingrid Krohn. Das Schlagen der sehr gut gewachsenen Edeltanne und das Einlassen in die Hülse am Dorfplatz übernehmen Feuerwehrleute. Mit Technik unterstützt die AVEBE-Stärkefabrik das Tun.


Blüthen


Bereits eine Stunde vor der Eröffnung sind die ersten Schaulustigen zum Blüthener Weihnachtsmarkt gekommen. Schon wenige Minuten nach der Eröffnung ist das Gedränge an den rund 40 Ständen groß. Lebensmittel aus der Region, polnische Spezialitäten, Dekoratives, Spielzeug, Karten und Geschenkartikel, die Wahl fält vielen Besuchern schwer. Zum 15. Mal dabei sind die Pritzwalker Landfrauen. Vom gestrickten Puppen- oder Babyschuh bis zu Mützen und Schals gibt es vieles aus Wolle. „Wir sind sechs Frauen und stricken das ganze Jahr“, verrät Regina Drewitz. „Jede hat da so ihre Spezialitäten. Wir sind auf fünf Weihnachtsmärkten dabei.“ Doch während sie mit ihren Strickereien viele Weihnachtswünsche erfüllen, wird ihr eigener schwer umsetzbar sein. „Wir suchen junge Mitglieder. Aber junge Leute können meist nicht stricken, und Handarbeitsstunden gibt es in der Schule nicht mehr“, meint Gudrun Breit.

„Die neue Pflasterung des Festplatzes hat uns bei den Vorbereitungen sehr geholfen“, freut sich Marktleiterin Doreen Lüdemann. „Niemand braucht sich vor Schlamm zu fürchten. Und wir mussten im Zelt und in der Halle keinen Fußboden legen.“


Groß Lüben


In der Groß Lübener Kirche singen und spielen Mädchen und Jungen der Musikschule Fröhlich von Winter- und Weihnachtsfreuden. Die 500 Lose der Tombola sind verkauft. Am Kuchenbüfett fällt bei den leckeren Angeboten die Wahl schwer. Vor dem Gotteshaus stehen einige Stände, an denen sich Leute drängen: Kirchengemeinde und Förderverein veranstalten den Markt zum 14. Mal. Aus dem Erlös wird auch der Kredit für den Wiederaufbau des Kirchturms finanziert. Mit Freude sagt Fördervereinschef Hans Reichert am Sonnabend: „Im nächsten Jahr werden wir fertig, bezahlen wir die letzte Rate.“ Aber der Förderverein macht weiter. Darauf haben sich seine Mitglieder erst vor wenigen Tagen verständigt, „denn es gibt ja noch so viel zu tun in der Kirche“. Da sind beispielsweise die Ausmalungen in der Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Kirche, die restauriert werden müssten. Sie stammen von dem bekannten Professor August Oetke.


Cumlosen


Der Cumlosener Weihnachtsmarkt machte seinem Ruf wieder alle Ehre: kuschelig, gemütlich, sehr gut besucht. Der Kulturverein Rolandswurt setzt seit Jahren konsequent auf heimische Vereine und regionale Anbieter. „Und alle machen immer wieder gern mit“, freut sich Vereinschefin Veronika Fähling, „das trifft beispielsweise auf die Eisbader ebenso zu wie auf die Feuerwehr“. Die Kameraden haben am Sonnabend an die 400 Bratwürste auf ihren Grill gebrutzelt. Nebenan stehen an einer Feuerschale Silvana Rauth, Manuela Henke und Mick. Sie backen Stockkuchen. Der Motricher Heimatverein hat sich das Angebot einfallen lassen. Auch die Nussknackmaschine hat der Motricher Verein mit nach Cumlosen gebracht. „Wir Motricher kommen schon seit etlichen Jahren hierher. Die Atmosphäre stimmt. Die Leute sind gut drauf“, sagt Kathrin Heinke.


Schilde


An der weitgehend restaurierten Kirche steht in diesem Jahr erstmals ein geschmückter Lichterbaum. Bürgermeister David Leu und Pfarrer Sacha Sommershof würden das in Schilde gern zu einem guten Brauch werden lassen, sagen sie am Samstagabend, als sich knapp 50 Schilder an der Tanne treffen, um bei einem Glühwein die Adventszeit zu begrüßen. Bürgermeister Leu nutzt die Gelegenheit für einen Rückblick auf das, was sich im Dorf in der letzten Zeit getan hat, und für einen Ausblick. Sein Dank gilt jenen, die sich engagieren: Familie Pachura, Peter Schröder, Heike Bösch, Daniela Blüthmann, Andre Berlin, Alfons Thamm. Mit der Kraft der Schilder, so der Leu, sollte es gelingen, den Gehweg auf dem Friedhof mit Pflaster zu befestigen. Material und Technik stelle die Gemeinde.  
 


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erstellt am 28.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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