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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 10:36 Uhr

Runder Tisch zum Badesee in Lenzen : Suche nach Lösung für Rudower See

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mehr als 100 Experten und Betroffene trafen sich zum Gespräch über den Rudower See

Mit wichtigen Erkenntnissen, aber ohne erkennbare Lösungen des Problems, ist am Dienstag die vom Biosphärenreservat initiierte Diskussionsrunde zur Rettung des von einer Blaualgenplage geschundenen und im Sommer für den Badebetrieb gesperrten Rudower Sees auf der Burg Lenzen zu Ende gegangen.

Für Ralf Behrens, Sprecher der vor einigen Wochen von besorgten Bürgern ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe „Rettet-den-Rudower-See“, brachte die Tagung „wichtige Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse“. Trotzdem war der Lenzener, wie auch viele der mehr als 100 Teilnehmer, enttäuscht. „Man weiß um das Problem und wo man ansetzen muss, hat aber keine kurzfristigen Lösungen parat, wie der permanente Nährstoffeintrag aus dem Rambower Moor als Hauptursache für die schlechte Wasserqualität verhindert werden kann.“ Die Aussage von Dr. Dominik Zak vom Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, dass eine von den Lenzenern befürwortete Entschlammung des Sees „überhaupt nichts bringt“, bezweifelten Behrens und viele Tagungsteilnehmer aber. Trotz der unbefriedigenden Erkenntnisse aus der Sitzung will die Arbeitsgruppe in ihrem Engagement um eine bessere Wasserqualität des größten Sees in der Prignitz nicht nachlassen. „Die Arbeitsgruppe hat die Diskussion um den Rudower See ja in Gang gebracht. Wahrscheinlich wäre sonst gar nichts passiert. Wir werden jedenfalls weiter darauf drängen, dass der See Badewasserqualität nach den EU-Richtlinien erhält“, gibt sich Behrens kämpferisch, wohlwissend, dass dies ein langwieriger Prozess sein wird. Dies sei man auch allen Unterstützern der von der Arbeitsgruppe in die Wege geleiteten Petition schuldig. Die hatten bis gestern 1280 Personen handschriftlich oder per Wahl im Internet unterschrieben.

„90 Prozent der Nährstoffe kommen aus dem Rambower Moor über den Nausdorfer Kanal in den Rudower See. Dies lässt sich nur schwer verhindern“, betonte Dominik Zak nochmals gegenüber dem „Prignitzer“. Dieser langjährige Nährstoffeintrag und weitere Faktoren hätten über viele Jahre zu einer Verschlechterung der ökologischen Verhältnisse im See geführt, die aber zunächst nicht sichtbar gewesen sei, bis es im Sommer zum Umkippen und dem massiven Fischsterben gekommen sei. Mehrere Zentner Fischkadaver schwammen in dem Gewässer (wir berichteten).

Irene Kirchner vom Landesagrarministerium verwies auf Fördermöglichkeiten für die Anpassung der Landwirtschaft an die besonderen Gegebenheiten. Zu den sich auf diese Weise eröffnenden Möglichkeiten zählte sie auch die Haltung von Wasserbüffeln.

Die Leiterin des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe Brandenburg, Dr. Heike Ellner, begrüßte das Konzept des Lenzener Amtsdirektors Harald Ziegeler, die sehr komplexen Aufgabenstellungen in handhabbare Pakete aufzuteilen. Auf diesem Weg könnten Lösungen erreicht werden, ohne ständig durch überlange Fragen- und Kausalketten behindert zu werden. Heike Ellner plädierte dafür, bald wieder zusammenzukommen und gemeinsam mit dem Amt, den Landwirten und Anwohnern in Arbeitsgruppen zügig die Probleme anzugehen.

 
 

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erstellt am 16.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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