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Der Prignitzer

31. Mai 2016 | 13:54 Uhr

Glöwen : Streit um Gerichtsbeschluss

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Missbrauchsermittlung in Glöwen: Amtsgericht setzt Haftbefehl außer Kraft

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat gestern Beschwerde gegen die Außerkraftsetzung des Haftbefehls gegen einen 16-jährigen Flüchtling aus Afghanistan eingelegt. Dieser wird beschuldigt, in drei Fällen Kinder in Glöwen vergewaltigt und sexuell missbraucht zu haben (wir berichteten).

Wenn das Amtsgericht Perleberg die Aufhebung des Haftbefehle nicht abändere, müsse das Landgericht Neuruppin entscheiden, sagte gestern Oberstaatsanwalt Jürgen Schiermeyer auf Anfrage des „Prignitzers“. Wann die Entscheidungen getroffen werden, konnte er noch nicht sagen. Die Polizei hatte Ermittlungen aufgenommen, nachdem Eltern der betroffenen Jungen Strafanzeige erstattet hatten, teilte die Polizeidirektion Nord mit. Beim zuständigen Amtsgericht in Perleberg gab man sich gestern auf die Frage, warum der Haftbefehl ausgesetzt wurde, schmallippig. „Dazu kann ich keine Auskünfte erteilen, weil ich nicht Herr des Verfahrens bin. Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft“, erklärte Manfred Weidemann, Richter am Amtsgericht.

Der Glöwener Ortsbürgermeister, Reimar Heering, wollte die Vorfälle nicht weiter kommentieren. „Ich habe aus der Zeitung davon erfahren und habe keine weiteren Informationen.“ Er verwies auf das Ordnungsamt der Gemeinde Plattenburg, zu der Glöwen gehört.

Dort zeigte man sich gestern entsetzt von den Vorwürfen. „Ich habe davon durch die Polizei erfahren. Wir sind alle geschockt. Natürlich ist so etwas nicht zu dulden“, sagte Ordnungsamtsleiter Detlef Brenning, der auch stellvertretender Bürgermeister von Plattenburg ist. Er hoffe nun, dass die Glöwener den Flüchtlingen weiterhin so offen begegnen wie bisher. „Denn es gibt überall böse Menschen. Sowohl unter Deutschen als auch unter Ausländern“, betonte Brenning. Bisher sei das Zusammenleben in Glöwen gut verlaufen.

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erstellt am 01.Feb.2016 | 22:00 Uhr

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