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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 05:37 Uhr

Kampf gegen den Tod : Sophie will leben

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Morgen startet DKMS-Typisierungsaktion in Pritzwalk, um der schwer erkrankten Sophie zu helfen.

Am 9. September feierte sie ihren 23. Geburtstag: Sophie Kukuk aus Schönhagen (Stadt Pritzwalk). Eine große Party gab es nicht – das ist auf der Isolierstation der Uni-Klinik Kiel nicht möglich. Dort befindet sich die junge Frau seit diesem Sommer. Sophie Kukuk leidet an der ebenso seltenen wie schwerwiegenden Bluterkrankung: PNH – eine schwere Erkrankung des blutbildenden Systems. Nur durch eine Knochenmarkspende kann sie wieder gesund werden. Bislang ist die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ erfolglos.

Ihre Eltern, Jeannette und Mirko Kukuk, bitten – ebenso wie Sophies Tante Annette Heusinger um Unterstützung. Konkret geht es um Geldspenden an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die gemeinsam mit Akteuren vor Ort am Sonnabend von 10 bis 15 Uhr eine große Typisierungsaktion in Pritzwalk (Goethehalle, ehemals Jahn-Halle, Giesensdorfer Weg) durchführt. Dafür werden möglichst viele Teilnehmer gesucht. Der „Prignitzer“ berichtete bereits. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen und sich morgen als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen.

Die Organisation steht. Überall sieht man ihr Gesicht – Plakate, tausende Flyer und viele Spendendosen sind verteilt. Alle nehmen Anteil am Schicksal der jungen Frau, die 2012 ihr Abitur am Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium in Pritzwalk abgelegt hat.

An die 100 freiwillige Helfer werden morgen für einen reibungslosen Ablauf der Registrierung sorgen. „Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Für den Spender ist das zunächst eine Sache von fünf bis zehn Minuten und ein kleiner Piks. Damit ist der erste Schritt getan, um einem Menschen das Leben retten zu können“, sagt die DKMS Betreuerin Antonia Lukas.

Süße und herzhafte Köstlichkeiten sowie kalte und heiße Getränke laden zur Stärkung ein, und es wird eine Verlosung für ein von Jerome Boateng unterzeichnetes Trikot der Fußball-Nationalmannschaft geben. Jedes Los kostet fünf Euro. Dabei kann jeder mitmachen, unabhängig davon, ob sich jemand registrieren lassen kann oder möchte.

Alle Einnahmen des Tages fließen zu einhundert Prozent in den Spendentopf der Aktion und damit in die Finanzierung der Registrierungen. Denn allein für jede Registrierung entstehen der DKMS Kosten in Höhe von 40 Euro, die allein aus Spendengeldern finanziert werden. Häufig werden die Kosten von den Spendern selbst getragen, doch nicht allen ist dies möglich. Jeder Euro, der an die DKMS gespendet wird, trägt dazu bei, die Überlebenschancen für Patienten zu verbessern. Aber keiner der am morgigen Sonnabend in die Goethehalle in Pritzwalk kommt, um sich registrieren zu lassen, muss diese Kosten selbst tragen. Wer seine oder mehrere Registrierungen jedoch bezahlen möchte und kann, darf das.

Sophie kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt und der auch zur Knochenmarkspende bereit ist. „Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Spender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden“, so Christian Müller, 1. Beigeordneter des Prignitzer Landrates. Er ist Schirmherr der Aktion und appelliert an die Menschen in der Region, sich morgen in die DKMS aufnehmen zu lassen.
 

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erstellt am 06.Okt.2016 | 20:55 Uhr

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