zur Navigation springen

Der Prignitzer

09. Dezember 2016 | 14:36 Uhr

Erinnerungen aus erster Hand : Seniorenkameradschaft wird 25

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Dergenthiner Manfred Pey ist heute Vorsitzender, blickt zurück und plaudert dabei auch etwas aus dem Nähkästchen

Im November vor 25 Jahren gründete sich die Seniorenkameradschaft des Feuerwehrverbandes Prignitz e. V. Erster Vorsitzender war der Düpower Horst Könning. Auf Anhieb fallen dem Dergenthiner Manfred Pey noch weitere Namen ein, auch wenn er damals noch nicht dabei war, noch zur aktiven Truppe gehörte. Günter Madaus und Siegfried Timm, der inzwischen schon 92 Lenze zählt – beide aus Perleberg, Horst Gehbauer aus Weisen, um die zu nennen, die heute noch dabei sind, zählt Manfred Pey auf. Auch er gehört inzwischen dazu, hat nach Günter Peters aus Pirow dann 2013 den Vorsitz im Verein übernommen.

„Einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann“, fügt er schmunzelnd an. Das war auch der Beweggrund für jene, sich zusammenzutun. Denn aus dem aktiven Dienst waren sie oder besser gesagt mussten sie mit 65 Jahren ausscheiden, berichtet der Dergenthiner, der inzwischen 73 Jahre alt ist. Von 1968 bis 2008 war er Wehrchef in seinem Dorf. „Loslassen ist nicht einfach“, gesteht er offen ein und plaudert aus dem Nähkästchen. In Groß Buchholz brannte ein Getreidefeld und in Dergenthin stand der Tanker, aber niemand war da, um ihn zu fahren. Also setzte sich Manfred Pey mit seinen 65 Jahren ans Steuer. „Leute, die den Schlauch halten, werde ich schon finden“, sagte er sich. Er fand sie auch und die Groß Buchholzer waren froh über die Hilfe aus Dergenthin. Der Wehrführer musste anschließend aber seinen Vater „maßregeln“, denn mit 65 Jahren ist man raus, darf nicht mehr ausrücken.

„Löschen fahren wir Senioren nicht mehr, aber zum Besenschwingen im Gerätehaus reicht es noch“, ergänzt der 73-Jährige lachend. So wie er sind die meisten ehemaligen Blauröcke, wenn es die Gesundheit noch zulässt, auch heute noch in den Gerätehäusern anzutreffen, sie sind oftmals die gute Seele von Haus und Truppe.

Und wenn auch nicht mehr aktiv dabei, so wollen sie dennoch erfahren, was sich in den Wehren tut. So taten sich ehemalige Kameraden, die eine leitende Funktion in der Wehr bzw. im Wirkungsbereich bekleideten, zusammen und die Seniorenkameradschaft war geboren. Übrigens, Geburtshelfer waren Mitglieder der Seniorenkameradschaft aus Uelzen. „Die kannten sich aus in diesem Metier“, fügt Manfred Pey an. Das war 1991 und der Kontakt besteht noch heute. „Wir fahren zweimal im Jahr nach Uelzen und umgekehrt sind die Kameraden zweimal im Jahr auch unsere Gäste.“ Und da geht es zumeist in die Betriebe und Unternehmen in der Region, „dort schauen wir uns an, was produziert wird.“

Natürlich hat man als ehemaligen Feuerwehrmann auch stets ein Auge für den Brandschutz. Anschließend wird der Wehr ein Besuch abgestattet. „Und es gibt hier immer wieder Neues, was wir erfahren, vor allem hinsichtlich der Technik. Aber eben auch, wo es klemmt.“ Der demografische Wandel mache auch vor den Feuerwehren nicht Halt.

35 Mitglieder zählt heute die Seniorenkameradschaft. Einmal im Jahr geht es auf Fahrt, „natürlich mit den Frauen. Wenn einer in der Feuerwehr war, dann war die Familie automatisch auch drin. Sie musste zurückstecken, wenn der Pieper zum Einsatz rief. Hätte die Familie nicht zur Stange gehalten, wäre es gar nicht gegangen“, weiß der Dergenthiner. Und noch heute sorgen die Frauen für Kaffee und Kuchen, wenn ein Treffen ansteht. Am Samstag, wenn der 25. Geburtstag der Seniorenkameradschaft gefeiert wird, dann sind sie natürlich auch mit von der Partie.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen