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Der Prignitzer

28. September 2016 | 17:23 Uhr

Debatte um Rudower See : See ist kein offizielles Badegewässer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Initiative hat klare Vorstellungen, wie der Rudower See zu retten wäre / Internetpetition gestartet / Runder Tisch im November

Die Aktivitäten zur Rettung des Rudower Sees nehmen Fahrt auf, eine Initiative hat sich gegründet, Experten sind zu November zum Runden Tisch einberufen. Ziel der Lenzener ist es, die Badequalität im See mit geeigneten Sanierungsmaßnahmen dauerhaft zu erhalten. Für Verwunderung auf der Bürgerversammlung in der vergangenen Woche sorgte zudem, dass es in der Prignitz nicht einen einzigen offiziellen Badesee nach EU-Badegewässerrichtlinie von 2006 gibt. Das bestätigt Jan Waldmann vom kreislichen Gesundheitsamt.

Für die Aufnahme eines Badegewässers in die Badestellenkarte des Landes Brandenburg und damit der EU müsse eine Anzahl von Kriterien erfüllt sein. „Eine Vielzahl von Badegästen, eine entsprechende Infrastruktur oder auch eine angemessene Wasserqualität, die dann in engeren Kontrollrhythmen überprüft wird“, so Waldmann.

Die Stadt Lenzen habe mal angeregt, diese Listung fallen zu lassen, die Kosten hatten sich erhöht, erinnert sich Waldmann. Gerade am Rudower See sei in der Vergangenheit mit der Umwandlung der Badeanstalt in eine „wilde Badestelle“ und einer ähnlichen Entwicklung am Campinglatz ohnehin die bestehende Badeinfrastruktur beseitigt worden, schätzt Waldmann ein. Die auf der Kreisseite im Internet gelisteten Seen - auch der Rudower - werden im Sinne des Gesundheitsschutzes nur noch freiwillig auf Kreiskosten überwacht. Sofern der Kreis kein Badeverbot ausspricht, ist das Baden im Sinne des Gemeingebrauchs aber immer möglich.

Zur Versammlung, auf der diese Problematik, für Überraschung sorgte, bemerkt Mitinitiator Ralf Behrens: „Das Interesse der Bevölkerung ist riesig, aber wir sind enttäuscht vom Desinteresse großer Teile der Stadtverordneten. Außer dem Stellvertreter des Bürgermeisters hat sich die Mehrheit der CDU-Vertreter nicht gezeigt.“

Auch der Förderverein Rudower See e.V. sei trotz Einladung nicht erschienen. Dank des Schützenhauses hatte man wenigstens einen ausreichend großen Ort für die knapp 100 Mitdiskutierenden. Man möchte nun so schnell wie möglich alle beteiligten Kräfte in der Arbeitsgruppe bündeln. Im Ergebnis der Zusammenkunft liegen von der Initiative konstruktive Vorschläge zur Seesanierung vor. „Er muss entschlammt werden, der schlechte Wassereintrag aus dem Rambower Moor muss gestoppt und die Löcknitz im Bereich Lenzen ebenfalls entschlammt und entkrautet werden“, gibt Behrens den Konsens der Sitzung wieder. Dabei spielten auch die Erfahrungen rein, die Experten bei der Sanierung des Neustädter Sees gemacht haben. Für Lenzen schätzt man die Kosten dieser Maßnahmen auf mindestens 1,5 Millionen Euro.

Klar ist den Beteiligten zwar, dass die Kommune diese Mittel nicht hat, aber der Rudower See bringt ihr auch Einnahmen, etwa durch die Jahrespacht des Landesanglerverbands. Wer sich über die Aktivitäten der Initiative „Rettet den Rudower See“ informieren will, kann das auf der neu geschalteten Internetseite http://rettet-den-rudower-see.jimdo.com/ tun. Ebenso findet man dort den Link zur Onlinepetition. Die Unterschriftenlisten sollen nach Abschluss der Stadt, dem Kreis, Landtag und Ministerium vorgelegt werden.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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