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Der Prignitzer

06. Dezember 2016 | 15:06 Uhr

Kehrtwende in Bad Wilsnack : Schulerweiterung vom Tisch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hort und Eleven müssen sich ein Haus teilen / Verwaltung sagt, dass der Platz reicht

Kommando zurück: Die Elbtalgrundschule wird baulich nicht erweitert. Das erklärte Bürgermeister Hans-Dieter Spielmann auf „Prignitzer“-Anfrage. Damit verläuft eine mehr als einjährige Debatte im Sande.

Ursprünglich war angedacht, dass das Gebäude einen mehrgeschossigen Anbau erhält, weil der Hort auch in die Dr.-Wilhelm-Harnisch-Straße 2 einziehen sollte. Dessen Haus Im Gutshof 11 habe derart große bauliche Mängel, dass ein Umzug nach Ansicht der Stadtverordneten unvermeidbar ist. Mit der Kirche gibt es auch schon einen Interessenten für das Hortgebäude.

Eine erste Planung des Anbaus gab es schon. Doch dann kam alles anders. Plötzlich war nur noch ein Container als Erweiterung im Gespräch, weil die Schülerzahlen in den kommenden Jahren eher rückläufig sein werden. Nun soll es nicht mal mehr den geben. „Die Amtsverwaltung hat uns bewiesen, dass der Platz in dem Schulgebäude ausreicht“, erklärt Ralf Brehmer, Vorsitzender des städtischen Bildungs- und Sozialausschusses, auf Nachfrage. Das bestätigt Peter Rollenhagen, Leiter des Bauamtes Bad Wilsnack/Weisen. „Der im Landesschulgesetz vorgeschriebene Wert, wie viel Platz ein Kind haben muss, ist erfüllt. Wäre dieser Wert unterschritten worden, hätte man über eine Erweiterung natürlich reden müssen. Das ist ein wesentlicher Punkt.“ Rollenhagen verweist im Zuge der Diskussion auf den Grundsatz der Sparsamkeit. „Auch bei einer Förderung hätte die Stadt Eigenmittel aufwenden müssen. Einen Antrag auf Gelder hätten wir nur gestellt, wenn es nicht anders gegangen wäre.“

Sowohl die Schul- als auch die Hortleitung hatten für einen Anbau geworben. „Wir haben den Stadtverordneten bei ihrer vergangenen Sitzung unseren Standpunkt dargelegt. Doch sie haben den Fall anders gesehen“, sagt Schulleiterin Sabine Zander, die in ihrer Einrichtung aktuell 134 Kinder in sieben Klassen beherbergt. Sie hatte schon vor einiger Zeit betont, dass im Falle einer Zusammenlegung zwei Klassenräume fehlen würden. Wie wird diese Vakanz nun gelöst? „Wir werden den Computerraum aufgeben. Das Amt schafft für uns Laptops und einen kleinen Rollwagen an, damit wir sie in verschiedenen Räumen nutzen können.“

Insgesamt sollen drei statt zwei Räume gemeinschaftlich von Schülern und Hortkindern genutzt werden – zu verschiedenen Tageszeiten. Dazu zählen auch die Aula und die Küche. Auch beim Sportraum im Keller heißt es künftig, zusammenzurücken. „Zufrieden bin ich mit dieser Lösung nicht, aber ich muss sie akzeptieren“, meint Sabine Zander. So äußert sich auch Hortleiterin Petra Korth. Mit der Lösung müsse man leben. „Mal sehen, wie wir das dann im Alltag organisiert bekommen. Alle unsere Räume befinden sich an einem Aufgang. Der jetzige PC-Raum ist aber am anderen Ende des Hauses.“ 76 Plätze sind im Hort „Wirbelwind“ derzeit belegt.

Abstriche müssen künftig gemacht werden. So haben die Hortanfänger keinen eigenen Raum zur Eingewöhnung mehr. „Der ist auch ein Klassenzimmer. Wir können dort keine Spuren hinterlassen, sondern dürfen, übertrieben gesagt, nur an den Tischen sitzen“, so Petra Korth. Generell sei die Entfaltung sowohl für die Schule als auch den Hort eingeschränkt. Viele Eltern seien mit dem Konzept unzufrieden, schiebt sie hinterher. Im kommenden Sommer soll der Umzug erfolgen.

 

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erstellt am 15.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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