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Der Prignitzer

11. Dezember 2016 | 14:52 Uhr

Hochwasserschutz Wittenberge : Ruhiger Schlaf hinter neuer Mauer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Umweltamt und Stadt informieren über Hochwasserschutz und Ausbau an der Elbstraße

Fußgänger auf der Promenade zwischen Bahnstraße und Einfahrt zum Nedwighafen können auch nach dem Bau der neuen Hochwasserschutzwand aufs Wasser gucken. Die Betonmauer mit gerammter Spundwand und Verklinkerung wird zwischen einem und 1,10 Meter hoch sein. Eingebaut in die Mauer sind höhere Pfosten, zwischen die bei Flut Balken eingebaut werden. Wie gut diejenigen, die an diesem Wittenberger Filetstück wohnen, über die neue Mauer gucken können, hängt von der Höhenlage der jeweiligen Wohnung ab. Aber wie dem auch sei, die neue Schutzanlage wird die Menschen in der Altstadt und in Vierteln dahinter bei Flut viel ruhiger schlafen lassen.

Rückblick auf den Juni 2013: Nur mit Unmengen von Sandsäcken und riesigem Aufwand hielten die mobilen Spritzschutzwände zwischen Wasser- und Schifffahrtsamt (Einmündung Bahnstraße) und Nedwighafen, stürzte die Elbe nicht in die Altstadt.

Die Planungen des Landesumweltamtes für besseren Schutz umfassen nicht allein den genannte Abschnitt, sondern auch den Bereich zwischen Abfahrt Nedwighafen und Straße Im Hagen.

Dort soll der Deich um 50 Zentimeter aufgeschüttet werden. Die 29 Deichlinden würden gefällt. Sie seien krank bis in die Wurzeln, nachdem sie bei einem Hochwasser Anfang der 2000er Jahre gekröpft wurden. Deshalb komme auch eine Überschüttung nicht in Frage. Außerdem ist für die Linden sowie kein Platz mehr, weil auf der Deichkrone ein zwei Meter breiter Fuß- und Radweg verlaufen soll. Das erläuterte am Donnerstagabend Torsten Benecke. Der Planer im Ingenieurbüro Rauchenberger erläuterte auf einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung diese Planungen zum Hochwasserschutz zwischen Wasser- und Schifffahrtsamt und Im Hagen.

Es handle sich aber um Vorplanungen. Man wolle die Meinungen der Bürger hören, betonte ausdrücklich Stadtbauamtsleiter Martin Hahn. Das gelte nicht allein für den Hochwasserschutz, sondern auch für die städtischen Vorhaben in diesem Bereich. Die Kommune will die Elbstraße teilweise sanieren, neu ordnen und so herrichten, dass sie im Fall einer Deichverteidigung mit Schwertransportern befahren werden kann. Wie diese Vorplanungen im Einzelnen aussehen, erklärte Thomas Mader vom durch die Stadt beauftragten Büro Pöyry.

Auch wenn die Anwohner mit den Vorplanungen weitgehend konform gingen, hatten sie Fragen, gab es Klärungsbedarf. Beispielsweise dazu, ob beim Straßenbau Grundstücksgrenzen gewahrt bleiben. Auch zum Fällen der Linden gab es Widerspruch. Außerdem wollen Bürger geprüft wissen, ob auf dem Deich nicht ein mobiler Hochwasserschutz installiert werden kann, der nur bei Flut zum Einsatz kommt. Das würde, hielt Torsten Benecke entgegen, die Deichverteidigung erschweren.

Baubeginn für den Hochwasserschutz der Altstadt und in der Elbstraße wird voraussichtlich 2018 nach dem Brandenburg-Tag sein.

 

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erstellt am 26.Nov.2016 | 04:45 Uhr

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