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Der Prignitzer

01. Oktober 2016 | 09:01 Uhr

Deichsicherung von höchster Priorität : Riesen-Spundwand schützt vor Elbe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zwischen Hinzdorf und Scharleuk wächst ein neuer Deich aus Metall. Elemente werden bis zu zehn Meter tief in die Erde gerammt

Hinter Hinzdorf Richtung Scharleuk wächst Meter für Meter ein neuer Deich. Das Besondere: Nicht Erde, sondern Metallspundwände werden auf diesem Elbabschnitt künftig vor Hochwasser schützen. Das Landesumweltamt lässt dort sogenannte Larssen-Spundwandprofile in den Deich rammen.

Wobei das Wort rammen in die Irre führen kann. Denn eigentlich handelt es sich um einen Vorgang, bei dem die Metallteile mittels starker Vibration quasi in den Untergrund geschoben werden, erklären die Fachleute vom Landesumweltamt. Um den Wassermassen, die bei Flut gegen die Metallwand drücken, standhalten zu können, ragen die Spundteile tief in den Untergrund. Je nach Geländelage sind die einzelnen Elemente zwischen sechs und 12 Meter lang. 70 und mehr Prozent davon werden ins gewachsenen Erdreich getrieben, der oberirdische Teil bildet den eigentlichen Spundwand-Deich. Er wird mit Erde angeschüttet. Auf der Deichkrone soll ein Weg verlaufen. Im Winter waren auf dem Altdeich Bäume gerodet worden, um nach oben hin Platz für die Rammfahrzeuge zu haben.

Der Deichbau zwischen Hinzdorf und Scharleuk gehört zu jenem großen Maßnahmepaket, mit dem das Landesumweltamt nach der Juniflut in den Hochwasserschutz von Wittenberge sowie umliegenden Orten investiert und damit zugleich Schadensbeseitigung betreibt, informierte Thorsten Thaddey. Der Referatsleiter im Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg ist für Hochwasserschutz und Wasserbau zuständig.

Höchste Priorität hat nach den Worten von Thaddey der 1300 Meter lange Deichabschnitt zwischen Hinzdorf und Scharleuk. Das Juni-Hochwasser habe nämlich gezeigt, in welch desolatem Zustand sich dieser Schutzwall befindet.

Das Landesumweltamt, konzentriere sich beim Ausbau der Schutzwälle auf jene Abschnitte, bei denen im Interesse des Hochwasserschutzes dringender Bedarf bestehe, hatte Thaddey bereits im Frühjahr auf einer Bauausschusssitzung im Rathaus betont. Immer wieder Thema ist nämlich der noch nicht sanierte rund 300 Meter lange Deichabschnitt zwischen Hinzdorf und Schadebeuster, der bei Hochwasser laut Stadtbrandmeister Jens Bösel schwer zu verteidigen sei, wie die Flut vor einem Jahr deutlich vor Augen führte. Die Position des Landesumweltamtes ist sehr eindeutig: „Wir haben Abschnitte, die weit kritischer sind als der zwischen Hinzdorf und Schadebeuster.“ Dort müsse die Behörde ihre Kräfte erst einmal konzentrieren.

Bis im Jahr 2019/2020 soll aber auch der Bereich Hinzdorf – Schadebeuster auf die neue Bemessungshöhe von 7,99 Meter plus einem Meter Freibord gebracht sein.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 16.Jun.2014 | 22:00 Uhr

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