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Der Prignitzer

01. Oktober 2016 | 15:49 Uhr

Karstädt : Polizei erwischt Brandstifter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

20-Jähriger soll Feuer in Wohnung gelegt haben / Zusammenhang zu anderen Taten nicht ausgeschlossen / Gestern Notruf missbraucht

Der Verdacht nach dem jüngsten Wohnungsbrand in Karstädt hat sich bestätigt. Ein mutmaßliche Brandstifter ist gefasst: Die Kripo Prignitz konnte den 20-jährigen Sohn des Wohnungsmieters als Tatverdächtigen überführen.

Er soll das Feuer am Sonntag gelegt haben, teilte die Polizei gestern mit. Er leide an einer psychischen Erkrankung und war bereits in medizinischer Behandlung, heißt es. Das Feuer war hinter einem Sofa im Kinderzimmer entstanden. Es befand sich niemand in der Wohnung.

Die Ermittlungen zu den anderen Bränden im Wohnblock dauern an. Am 14. Januar hatte es in dem Aufgang zwei Mal gebrannt. Erst an einem Holzverschlag im Keller. Kurz darauf dann so stark, dass sich Mieter nicht mehr alleine retten konnten. Über die Drehleiter brachten Kameraden sie in Sicherheit. 18 verletzte Personen hatte es gegeben. An dem Einsatz war nicht nur ein Großaufgebot mehrerer Feuerwehren, sondern auch des ärztlichen Rettungsdienstes des Kreises beteiligt. Ob auch dieser Brand auf das Konto des 20-Jährigen geht, schließt die Polizei zumindest nicht aus. „Wir ermitteln aber noch und die Untersuchungen gehen in verschiedene Richtungen“, sagte gestern Pressesprecher Toralf Reinhardt gegenüber unserer Redaktion.

Unterdessen gab es am Montag in der Gemeinde einen Missbrauch des Notrufes. Um 14.48 Uhr wurde ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person gemeldet. Es hätte bei Dallmin einen Zusammenstoß zweier Pkw gegeben. Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr haben etwa eine Stunde erfolglos nach dem Unfallort gesucht. Um 21.47 Uhr wurde ein Autobrand bei Premslin über den Notruf gemeldet. Wieder suchten Rettungsdienst, Polizei und mehrere Feuerwehren längere Zeit erfolglos. „Wir sind erbost über diesen Missbrauch. Wenn wirklich etwas passiert, sind unsere Kräfte durch diesen groben Unfug bereits gebunden“, teilte die Karstädter Wehr mit. Außerdem entstünden unnütze Kosten und müssten die ehrenamtlichen Kameraden unnötig zum Einsatz ausrücken.

Auch in diesen Fällen prüft die Polizei einen eventuellen Zusammenhang mit den Brandstiftungen. Allerdings seien die Taten sehr unterschiedlich, so Toralf Reinhardt.

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erstellt am 26.Jan.2016 | 21:00 Uhr

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