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Der Prignitzer

24. Mai 2016 | 23:29 Uhr

Mehrgenerationenhaus : „Perle-Treff“ lebt weiter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gute Nachrichten für das Mehrgenerationenhaus: Bund sichert Finanzierung und damit den Fortbestand ab 2015

Die Freude beim CJD als Träger und bei der kleinen Mannschaft des Mehrgenerationenhauses „Perle-Treff“ (MGH) ist groß: Die Finanzierung ist – zumindest erst einmal bis Ende 2015 – gesichert. Der „Perle-Treff“ wird weiterleben. Noch vor gut einem halben Jahr sah die Perspektive nicht so rosig aus. Mitarbeiter und Besucher bangten, denn die Finanzierung hing zu diesem Zeitpunkt und auch noch bis vor kurzem in der Schwebe.

Das sogenannte Aktionsprogramm II, das die Förderung der Mehrgenerationenhäuser in Deutschland aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zum Inhalt hat, läuft im Dezember 2014 aus. Bereits nach Beendigung der ersten Phase habe es einen Aderlass gegeben, so MGH-Projektleiterin Carla Kaiser.

500 Mehrgenerationenhäuser blieben vor einiger Zeit deutschlandweit unter dem Strich übrig, als die ESF-Förderung erstmals abgesenkt worden war. In der Region sind das, neben dem Perleberger, noch die in Wittenberge und Kyritz. „Wir sind dabei, verstärkt Werbung für uns zu machen und den Fokus auf dieses Problem zu lenken. Die Förderung muss weiterlaufen“, machte Carla Kaiser bereits im November 2013 im Gespräch mit dem „Prignitzer“ deutlich.

Der „Perle-Treff“ kann eine ganze Reihe eigener Erfolge in die Waagschale werfen. Gut 100 Menschen im Alter von zwei Jahren bis Mitte 70 nutzen monatlich die Angebote des MGH. Tendenz: steigend. Hinzu gesellt sich die Beteiligung an größeren Veranstaltungen, wie an der Prignitzer Familienmesse. Die Besucher kommen mittlerweile aus dem ganzen Landkreis. Inzwischen gibt es die Offerten an zwei Standorten: in der Reetzer Straße und im Gebäude der Lotte-Lehmann-Akademie am Großen Markt. Beide Anlaufpunkte werden gern genutzt.

Die Angebote seien bewusst niedrigschwellig, sollen nicht abschrecken. Für Sorgen des Alltags findet man hier auf kurzem Weg ein offenes Ohr. „Manchmal hilft schon ein Kaffee und Erzählen“, sagt Carla Kaiser. Intensiv sei die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Prignitz. „Die Mitarbeiter dort nutzen uns mittlerweile als Dienstleister“, so Kaiser weiter. Die Unterstützung beim Bewerbungsprozedere, die das MGH jedem gewährt, mündete hier und da sogar bereits in konkrete Jobvermittlungen.

Neu war 2013 der verstärkte Zulauf von Selbstständigen, die im Perle-Treff Angebote, wie Yoga, Nordic Walking oder Stressbewältigung, bekannt unterbreiteten. Dauerbrenner sind unter anderem die Montags-Malgruppe und die Gesprächsrunden mit Naturheilpraktiker Michael Hoffmeister. „Es wäre schade, wenn es all das künftig nicht mehr gäbe“, resümierte Carla Kaiser noch vor einigen Monaten.

Ihre Befürchtungen bestätigen sich nun glücklicherweise nicht. Das Bundestagskabinett beschloss vergangene Woche den Etat für das kommende Jahr. In diesem Zusammenhang wird das Aktionsprogramm für die Häuser verlängert. Damit ist in der Prignitz neben der Finanzierung für den „Perle-Treff“ auch die für das Mehrgenerationenhaus in Kyritz und das Bürgerzentrum in Wittenberge für 2015 gesichert. Die Prignitzer Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD) äußerte dazu: „Mehrgenerationenhäuser erfüllen in unserer sich immer schneller verändernden Gesellschaft eine wichtige Rolle, indem sie das generationenübergreifende Miteinander stärken.“ Sie sei davon überzeugt, dass die Häuser besonders im ländlichen Raum eine gelungene Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels sind.


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erstellt am 09.Jul.2014 | 12:00 Uhr

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