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Der Prignitzer

08. Dezember 2016 | 10:51 Uhr

Löschfahrzeug : Paukenschlag: HLF 20 kommt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gemeindevertretung Karstädt beschließt Anschaffung / Bedingung: Karstädter Löschfahrzeug wird verkauft, um Eigenanteil zu verringern

Donnerstagabend Gemeindevertretersitzung in Karstädt. Es sollte ein ruhiger Abend werden, es stand der Beschluss zur Haushaltssatzung für 2015 an. Darüber wurde schon im Vorfeld in den verschiedenen Ausschüssen diskutiert, so dass es für die Zustimmung keiner weiteren großen Diskussion bedurfte.

Doch Gemeindevertreter Maik Hortig, auch Gemeindebrandmeister, machte eine andere Baustelle auf – sehr zum Missfallen des Bürgermeisters. Er stellte zu Beginn den Antrag, dass die Gemeindevertretung einen Beschluss fasst, ob man ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) anschafft oder nicht.

Denn die Zeit drängt. Die Gemeinde hatte im August 2014 einen Fördermittelantrag für ein solches Fahrzeug gestellt – auf 80-prozentige Förderung. Vor gut einer Woche kam vom Innenministerium der Bescheid über eine – wie üblich – 50-prozentige Förderung. Das Ministerium forderte die Gemeinde auf, bis zum 9. November Stellung zu beziehen. Ein HLF 20 kostet rund 355  000 Euro, das würde für die Gemeinde Karstädt einen Eigenanteil von 177  000 Euro ausmachen. „Das unterschreibe ich nicht. Das können wir uns nicht leisten. Wir haben nicht nur die Feuerwehr. Wir können doch die vorhandenen Fahrzeuge umrüsten“, so Bürgermeister Udo Staeck, den Maik Hortig auf dem falschen Fuß erwischte.

Ganz anders einige Abgeordnete: „Fast jeder wollte die Autobahn und die Erweiterung des Gewerbegebietes. Jetzt bricht ein neues Zeitalter an. Wir sind uns noch gar nicht bewusst, was auf uns zu kommt. Wir sollten alle Anstrengungen unternehmen, das Fahrzeug anzuschaffen“, so die Abgeordnete Anja Noll. Jürgen Gensing betonte: „Wir haben eine große Verantwortung den Bürgern, möglichen Verletzten und natürlich den Feuerwehrkameraden gegenüber.“ Jörg Jaeger argumentierte dahingehend: „Wir sollten nicht wieder so einen Stückkram machen, wir schieben sonst alles vor uns her.“

Maik Hortig hatte immer wieder betont, dass die derzeitige technische Ausstattung bei schweren Verkehrsunfällen auf der A  14 bei weitem nicht ausreicht. „Wir müssten 80  000 bis 90  000 Euro investieren. Dann habe ich aber immer noch das Problem, dass ich mit mehreren Fahrzeugen ausrücken muss, da die Beladungskapazität unserer Fahrzeuge am Limit ist“, so Hortig.

„Wenn wir das Fahrzeug anschaffen, dann ist ja eins über. Können wir nicht ein Fahrzeug verkaufen, um den Eigenanteil zu verringern?“ Mit dieser Idee von Carsten Höger konnten sich alle anfreunden, selbst Staeck. Bedingung: Verkauft werden soll das Karstädter Löschfahrzeug (LF 10/6), das erst rund zehn Jahre alt ist, und somit noch Geld bringt. Denn das neue HLF 20 würde nach Karstädt kommen. Genau diesen Beschluss fassten die Gemeindevertreter. Die Gemeinde will noch versuchen, durch ein rechtliches Verwaltungsverfahren doch eine 80-prozentige Förderung zu bekommen. Und wie das HLF20 finanziert wird, muss dann auch noch geprüft werden. Fest steht, dass die Investition 2016 in den Haushalt eingestellt wird, auch wenn das Fahrzeug voraussichtlich erst 2017 kommt.

 

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erstellt am 07.Nov.2015 | 14:00 Uhr

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