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Der Prignitzer

31. August 2016 | 02:27 Uhr

Jacobi-Kirche : Orgel von Schimmel befallen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Dringende Sanierung steht an und kostet rund 40 000 Euro / Kollekte an Heiligabend und Quempas dafür bestimmt

Die Fachleute haben alle Register gezogen, ihr Gutachten jedoch verheißt nichts Gutes für die Königin der Instrumente. Die Jehmlich-Orgel in der St. Jacobi-Kirche ist von Schimmel befallen. Ein Umstand, den sie inzwischen mit etlichen alten Orgeln teilt. Der Pilzbefall sei ein Beleg dafür, dass das Klima in der Kirche dem Instrument nicht gut tut, schlussfolgert Pfarrer Tilmann Kuhn. Nun sorgt die Orgel aber nicht erst seit heute hier für einen majestätischen Klang.

Am 31. August 1958 wurde das neue Instrument eingeweiht, doch die ältesten Teile stammen aus der Zeit um 1832, berichtet der Pfarrer. Immer wieder wurde die Orgel überarbeitet und umgebaut. In all den Jahren war von Pilzbefall aber nie die Rede. Was ist also die Ursache? Ist es eine Auswirkung des Klimawandels, denn ein Temperaturanstieg von 0,5 oder gar einem Grad fördert das Pilzwachstum. Oder ist es die Heizung? Allerdings wird die Kirche seit rund 100 Jahren beheizt, einst sogar vom Keller des Rathauses aus, weiß Tilmann Kuhn. Heute habe man eine moderne Warmluftheizung, die für eine sogenannte Sockeltemperatur sorgt. Und auch die Luftfeuchtigkeit werde so geregelt, dass sie nicht über 75 Prozent liegt. Für die Orgel dennoch zu hoch– ein Wert unter 60 Prozent wäre notwendig. Im Klartext, es müsste mehr geheizt werden. Damit erhöhe sich zugleich aber das Gefälle zwischen innen und außen. Welche Auswirkungen habe dies möglicherweise unter anderem auf das Mauerwerk?

Fragen und keine eindeutigen Antworten, dennoch muss etwas geschehen , nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass man wieder eine festangestellte Kirchenmusikerin habe und man jener auch einen Arbeitsplatz bieten will, der funktioniert, wie es der Pfarrer formuliert.

Mit der Sanierung der Kirche in den 1990er Jahren wurde auch die Orgel gereinigt und gestimmt. „Nach über 20 Jahren wird es dafür wieder Zeit“, greift Tilmann Kuhn den Gedanken auf. Beseitigung des Schimmels und notwendige kleinere Reparaturen am Instrument – alles aufgrund der Pilzbelastung nur im Schutzanzug – summa summarum ist man da bei 40 000 Euro. Für die Kirchgemeinde allein nicht zu stemmen. Im Gemeindekirchenrat habe man sich verständigt, einen längeren Anlauf zu nehmen, denn selbst wenn man einen Förderantrag bei der Stiftung Orgelklang der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bis Mitte 2015 einreiche, könne man erst 2016 mit Geld rechnen. „Es wird eine gemischte Finanzierung werden“, so Pfarrer Kuhn. Und so soll die Kollekte am Heiligabend und Quempas in diesem Jahr der Orgelsanierung dienen. Zusätzlich werde man aber auch wieder für „Brot für die Welt“ sammeln und „wir bitten, sich unbedingt auch daran zu beteiligen, denn die Welt braucht solche Hilfssysteme, wie unseres, wo das Geld zu 100 Prozent in die Hilfeleistung fließt“.

Unabhängig von der Sanierung der Orgel werde man Fachleute innerhalb der Kirche und auch von außen kontaktieren, um eine Antwort hinsichtlich der Ursache für den Schimmelbefall zu bekommen und wie man ihn stoppen kann.  

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erstellt am 18.Dez.2014 | 08:00 Uhr

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