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Der Prignitzer

28. Juli 2016 | 16:29 Uhr

Bau in Weisen : Neues Antlitz für alte Schmiede

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jugendbauhütte der Stiftung Denkmalschutz nimmt Aufarbeitung des historischen Baus im Weisener Zentrum in Angriff.

„Den Jugendclub mitten ins Zentrum des Ortes zu holen, das wäre toll. Der Raum dafür und die Lage
sind perfekt.“ Weisens Bürgermeister David Leu kann sich gut vorstellen, dass sich die Jugendlichen des Ortes künftig dort treffen, wo jetzt noch Dreck, Gerümpel und in die Jahre gekommene Bausubstanz dominieren. Die alte Schmiede, die an der Ampelkreuzung mitten im Ort steht, ist wahrlich kein schöner Anblick, aber das wird sich ändern.

„Ursprünglich war geplant, das Gebäude abzutragen und in der Nähe des Landmarktes im Ensemble mit dem Buschbackofen wieder aufzubauen“, sagt David Leu. Diesbezüglich hätte jedoch die untere Denkmalbehörde Bedenken angemeldet. In einer Beurteilung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege heißt es dazu: „Die Lage der Schmiede an der Chausseestraße, abgelegen vom eigentlichen Dorfanger, weist darauf hin, dass sie ursprünglich gleichzeitig als Hufschmiede für die auf der Chaussee vorbeifahrenden Fuhrwerke diente. Im Zusammenhang mit ihrer Anordnung an der Kreuzung zur Dorfstraße veranschaulicht sie nicht nur frühere Funktionszusammenhänge, sondern bildet zugleich einen prägnanten Blickfang im Straßenraum.“

Ortrud Effenberger von der kreislichen Denkmalbehörde, noch weiter: „Schmiede und Mühle dokumentieren gerade auch mit ihren Standorten Mühlenberg und Wegekreuz traditionelles dörfliches Handwerk am ursprünglichen Ort. Für Weisen ist das ein Alleinstellungsmerkmal.“

So schlug die Expertin der Gemeinde den Weg über die Jugendbauhütte vor, um das Gebäude zu sanieren. „Für uns ist das ein Glücksgriff, denn die Stiftung trägt die Kosten dafür“, sagt David Leu. Die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bieten jugendlichen und jungen Erwachsenen die Chance, sich zur Berufsorientierung mit Denkmalpflege zu befassen, beispielsweise im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ).

Der erste Schritt zur Aufhübschung der Weisener Schmiede ist inzwischen getan. Mitglieder der Jugendbauhütte Berlin-Brandenburg waren in der vergangenen Woche für zwei Tage im Dorf. „Wir haben das Gebäude vermessen“, sagt Anne Kummetz. Die Architekturstudentin leitet die Jugendlichen an, die in dem Verein ein FSJ absolvieren. Unter Ihnen die 18-jährige Anna-Lea Siebert: „Ich mache das als Orientierung für später, um dann besser entscheiden zu können, in welche berufliche Richtung ich gehe. Man kann hier schon mal Kontakte knüpfen.“

Das stimmt, meint Anne Kummetz. Bevor sie nach Weisen kam, half sie, die Decke einer Kapelle zu verputzen, verfugte den Sockel einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert neu. Die Arbeit mache Spaß, sei abwechslungsreich und werde sogar als Praktikum anerkannt, ergänzt Julia Ruhland (19), die Innenarchitektur studieren möchte.

Was die Nachnutzung angehe, habe sich die Denkmalbehörde offen gezeigt, sagt Weisens Bürgermeister. „Im Innern ist sowieso nichts erhalten, der Raum steht leer.“ Der Jugendclub könnte hier in bester Lage einziehen , zumal der bisherige Jugendclub am Sportplatz beim Hochwasser arg gelitten habe. „Die Kids finden die Idee richtig gut, haben sogar schon beim Entrümpeln geholfen. Das ist doch ein guter Anfang“, so Leu.

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erstellt am 19.Sep.2014 | 12:00 Uhr

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