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Teilnehmer für Kurse Gesucht : Nachwuchssorgen an Jägerschule

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Jägerschule Prignitz besteht seit 1995. 450 Waidmänner wurden dort bislang ausgebildet.

Seit der Eröffnung der Jägerschule Prignitz im Waldschulzentrum Hainholz im Jahr 1995 absolvierten 450 Waidmänner aus den Jagdverbänden Perleberg und Pritzwalk dort ihre Ausbildung. „Wir bieten auch in diesem Jahr wieder eine Schulung. Dazu benötigen wir aber noch Teilnehmer“, verkündete Peter Wlordarz aus Rosenhagen, Leiter der Jagdschule, auf der Delegiertenversammlung des Jagdverbandes Perleberg am Sonnabend. Da hatte er vier Anmeldungen vorliegen. „Am Wochenende haben sich noch zwei angemeldet“, informierte Peter Wlordarz gestern auf „Prignitzer“-Nachfrage. Dass der Kurs stattfinden kann, werden zehn Teilnehmer benötigt, „ansonsten rechnet sich das nicht“, so Wlordarz. Die Schule ist zwar den beiden Jagdverbänden zugegliedert, muss sich aber allein tragen und das durch die Einnahmen der Kursgebühren, von denen auch die Lektoren bezahlt werden müssen.

In diesem Jahr wird wieder ein Winterkurs angeboten, der vom 2. September bis Ende März 2018 läuft. Jedes Wochenende heißt es am Sonnabend Theorie büffeln, sonntags erfolgen die praktischen Schießübungen. Der Unterricht basiert auf dem Rahmenlehrplan des Landesjagdverbandes Brandenburg und umfasst rund 200 Lehrstunden.

„Der Tenor ging in diesem Jahr wieder zum Winterkurs“, so der Leiter der Jägerschule. Im Jahr 2014 gab es für einen solchen über sechs Monate andauernden Kurs nicht genügend Teilnehmer, so dass er ausfiel. Da verständigte man sich für das Jahr 2015 „auf einen Crashkurs im Sommer“, so Wlordarz. 15 Waidmänner drückten sieben Tage pro Woche drei Wochen lang von 8 bis 16 Uhr die „Schulbank“. Das habe ganz schön geschlaucht. Im vergangenen Jahr kam dann mit nur vier Anmeldungen der Sommerkurs nicht mehr zu Stande.

„Ich habe zu beiden Kursformen Nachfragen. Für Studenten ist es im Sommer gut, dann können sie den Jagdschein durchziehen, bevor sie im Herbst zum Studium gehen. Landwirte haben traditionell im Winter eher die Zeit, den Jagdschein zu machen“, erklärt Wlordarz. „Die Verbandsvorstände und auch wir von der Jägerschule sind der Meinung, dass die Winterkurse Vorteile haben. Die Absolventen haben mehr Zeit zum Lernen, zum Nachbereiten der Wochenenden“, betont der Rosenhagener. Er sagt aber auch deutlich, „dass der Aufwand enorm sei, das Lernmaterial zusammenzustellen, die Lektoren zu organisieren. Das sind zumeist Rentner, altgediente Jäger und Ausbilder. Einen im Beruf stehenden Förster oder Tierarzt bekommt man an den Wochenenden nicht“, spricht Wlordarz aus Erfahrung. Wenn in diesem Jahr kein Kurs zustande komme, müsse man überlegen, wie man weiter verfahre. „Es ist ja nicht so, dass es keinen Bedarf gibt, aber uns nehmen auch private, kommerzielle Jägerschulen die Leute weg.“

 

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erstellt am 20.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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