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Der Prignitzer

28. September 2016 | 02:04 Uhr

Energiekonzept : Modernes Licht, günstigere Wärme

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Obwohl Perleberg im Bundesschnitt mit der CO2-Emission gut dasteht, soll in den nächsten Jahren der Energieverbrauch gesenkt werden

Die Raumtemperatur um ein Grad senken, bringt eine Energieersparnis von sechs Prozent, denn vor allem die Wärme sei ein entscheidender Kostenfaktor. Eine der Aussagen des Energiekonzeptes, das die Abgeordneten jüngst auf ihrer Sondersitzung verabschiedeten.

Auf 163 Seiten ist nun festgeschrieben, was Perleberg in Sachen Energieeinsparung und Verwendung alternativer Ressourcen bis zum Jahre 2030 erreichen will. Ehrgeizige Ziele, wie Bauamtsleiter Hagen Boddin kommentiert, und nicht alle werden – finanziell betrachtet – so umzusetzen sein. Damit zielt er auf Holzhackschnitzelheizungen als Insellösungen ab. Dafür müsse man sehr viel Geld in die Hand nehmen. Neben dem Anspruch, eine Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe fortan in der Hand zu haben, dürfte von nicht geringer Bedeutung sein, dass ohne derartiges Konzept kaum noch Städtebaufördermittel fließen.

Mit der Aufgabe der Erarbeitung dieses Energie- und Klimaschutzleitbildes hatte die Stadt „seecon“-Ingenieure und die W.E.N. GmbH beauftragt. Im Detail wurden unter anderem öffentliche Gebäude, Wohnungen der GWG und Wohnungsgenossenschaft – insgesamt waren es 102 Objekte – betrachtet, die Straßenbeleuchtung untersucht, die CO2-Emission durch Energieträger analysiert und erneuerbare Energien faktisch gegengerechnet.

Mit rund drei Tonnen CO2-Emission pro Einwohner jährlich steht Perleberg recht gut da. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 9,2 Tonnen. Die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude oder die Umrüstung der Straßenbeleuchtung stelle insgesamt zwar kein großes Einsparungspotenzial dar. Aber, zum einen ist die Kommune hier selbst handlungsfähig, zum anderen geht davon die Botschaft aus, dass etwas aktiv getan wird. Ziel sei, so ist es im Energiekonzept verankert, den spezifischen Strom- und Heizenergieverbrauch in den kommunalen Gebäuden und bei der Straßenbeleuchtung um jeweils zwei Prozent pro Jahr zu senken.

Eine wichtige Voraussetzung dabei: ein kommunales Energiemanagement. Nur mit Manpower und Know-how – ohne jegliche Investition – lasse sich Energie zwischen drei und 25 Prozent einsparen. Abhängig von der Förderung und dem notwendigen Eigenanteil will die Stadt möglichst 2016 schon eine solche Personalstelle schaffen, betonte Bauamtsleiter Hagen Boddin.

Einsparpotenzial gibt es auch bei der Straßenbeleuchtung: Von den 1900 Lampen stellte die Stadt bislang erst 400 auf LED um. Das Sparpotenzial: 58 Prozent. Empfohlen wird der Stadt in diesem Zusammenhang, ein Straßenbeleuchtungskataster zu erarbeiten. Mit dem Konzept habe die Stadt ihre Ziele hinsichtlich der Energieeinsparung selbst definiert. Jetzt gehe es daran, sie Schritt für Schritt umzusetzen, so Bürgermeisterin Annett Jura.  

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erstellt am 12.Nov.2015 | 12:00 Uhr

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