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Der Prignitzer

06. Dezember 2016 | 09:14 Uhr

Materialprüfung in Wittenberge : Mit Ultraschall Rissen auf der Spur

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung hat sich etabliert und engagiert sich auch im öffentlichen Leben der Stadt

Steffen Bessert hält einen Ultraschallkopf in den Händen, studiert die Kurven auf dem Monitor. Im weißen Kittel könnte man ihn für einen Arzt halten, wenn da nicht sein etwas anderer Patient wäre: Ein großes Stahlrad.

Bessert arbeitet bei der Deutschen Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP). Er sucht nach kleinsten Fehlern im Material, nach Rissen, Löchern, Verformungen. Der Ultraschall hilft ihm dabei. Bessert besucht in der Wittenberger Ausbildungsstätte einen Kurs und bildet sich weiter. „Alle fünf Jahre muss meine Qualifikation für zerstörungsfreies Prüfen erneuert werden“, sagt er. Er und alle anderen Kursteilnehmer werden von der DGZfP ausgebildet. „Wir haben elf Dozenten, sind am Wittenberger Standort insgesamt 18 Mitarbeiter“, sagt Regionalleiter Ronald Krull. Seit 1998 kennt er die Ausbildungsstätte, arbeitet seit fünf Jahren hier und übernahm im vergangenen Jahr die Leitung von seinem Vorgänger Fred Sondermann.

Pro Woche laufen vier bis maximal sechs Kurse. Die Teilnehmerzahlen würden zwar auf Jahressicht leicht schwanken, hätten sich aber im oberen Bereich eingepegelt. „Wir sind voll ausgelastet, haben einen weiteren Dozenten eingestellt“, sagt Krull.

Dieser wirtschaftliche Erfolg sei die Basis für ein Engagement in der Region, „welches wir sehr gerne zeigen“, so Krull. Zum Beispiel unterstützt die DGZfP die Elblandfestspiele. „Ganz abgesehen davon, dass sie mir persönlich gefallen, sind sie für die Stadt eine großartige Sache, hervorragend organisiert und durchgeführt.“ Er komme aus Stendal und dort höre man fast nichts von dieser Veranstaltung. Das sei schade, denn beide Städte liegen ja nah beieinander.

Wittenberge und DGZfP verbindet noch mehr miteinander. Beispiel Parkplatz. Es war die letzte unschöne Brachfläche in Bahnhofsnähe. „Wir haben das Grundstück gekauft, stellen die Hälfte für das öffentliche Parken zur Verfügung“, sagt Ronald Krull. Beispiel Elbebadetag: Das Juniordrachenbootrennen und die Schwimmstaffeln werden maßgeblich nur durch die DGZfP ermöglicht, bestätigt die veranstaltende Wittenberger Bäder GmbH.

Beispiel Schule: Als Wittenberger Gymnasiasten ein Buch über ihre Stadt machten, sicherte die Ausbildungsstätte die Abnahme einer bestimmten Stückzahl zu. Und eine Abschlussklasse der Jahnschule besuchte auch schon die in Nachbarschaft liegende DGZfP. „Die Kinder waren neugierig, hatten Spaß und ich kann mir mit der Schule eine Zusammenarbeit vorstellen“, blickt Krull voraus.

Bundesweit bildet die Einrichtung Mitarbeiter in der Bahnbranche aus. Neben Ultraschall werden Prüfverfahren mit Magnetpulver und Wirbelstromprüfung angewendet. Da sich das Regelwerk der Bahn für die eingesetzten Materialien an Fahrzeugen und Schienen oft ändere, seien häufig neue Weiterbildungen nötig. Hinzu kommen die vorgeschriebenen Wiederholungen und eine altersbedingte hohe Fluktuation der Werkstoffprüfer, begründet Ronald Krull die seit Jahren anhaltende Nachfrage. Das spüre Wittenberge auch wirtschaftlich: Rund 15 000 Übernachtungen pro Jahr entfallen auf die Kursteilnehmer.

Auf der anderen Seite habe das Unternehmen immer offene Ohren für Anliegen im Rathaus gefunden. „Ich denke, für beide Seiten ist es ein Nehmen und Geben, was unsere Zusammenarbeit ausmacht“, erklärt Ronald Krull.

 

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erstellt am 18.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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