zur Navigation springen

Der Prignitzer

04. Dezember 2016 | 23:18 Uhr

„Marep“ setzt auf eigenen Berufsnachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgischen Wirtschaftsminister Albrecht Gerber im Vehlower Unternehmen

1990 gründete Eckhard Vlach die Firma „Marep“ in Vehlow bei Kyritz. Heute hat das Unternehmen für den Verkauf und die Reparatur von Landmaschinen und Lkws sieben Standorte und 180 Mitarbeiter. Firmengründer und Geschäftsführer Eckhard Flach erläuterte dem Brandenburgischen Wirtschaftsminister Albrecht Gerber jüngst sein Unternehmen. Dabei zeigte Vlach die sieben Werkstatträume, die jeweils 25 Meter lang sind. „Wir reparieren hier hauptsächlich Motor- und Getriebeschäden“, erklärt Vlach. Zahlreiche Mitarbeiter befinden sich im Außendienst. Sie versuchen Traktoren, Geräte und Lkw dort wieder flott zu kriegen, wo sie stehen.

Von Anfang an war Vlach wichtig, in seinem Unternehmen für Berufsnachwuchs zu sorgen. In sechs verschiedenen Berufen wird bei Marep ausgebildet. Zu Zeit befinden sich 32 Auszubildende im Unternehmen. „Dabei gibt es immer wieder große Probleme“, gesteht Vlach. Man sei hier auf dem platten Land, die jüngste Umstellung der Busfahrpläne sei für sein Unternehmen aber auch für andere Handwerksbetriebe nicht einfach gewesen. „Man muss sich bewusst machen, dass die jungen Leute, wenn sie in die Ausbildung kommen, erst 16 oder 17 Jahre alt sind und noch keinen Führerschein haben. Sie sind dann auf Eltern oder Großeltern angewiesen. Das darf aber nicht sein, auch wenn wir hier nur sehr wenige Einwohner sind“, erklärt Vlach. Minister Gerber verwies darauf, dass der ÖPNV Sache der Landkreise sei. Er könne aber Unterstützung anbieten, sollte man einen Bürgerbus oder ähnliches ins Leben rufen wollen. Denn dafür würde das Land die Fahrzeuge finanzieren können, so der Wirtschaftsminister.

Auch mit dem Niveau der Schüler, die zum Praktikum oder in die Ausbildung kommen, ist Eckhard Vlach nicht zu frieden. „Ich mache den Lehrern da nicht allein den Vorwurf, auch die Elternhäuser sind gefragt. Aber oft ist eben genau das das Problem. Bei unseren Azubis platzt der sprichwörtliche Knoten meist erst im zweiten Ausbildungsjahr“, so Vlachs Erfahrung. Dabei beginne Vorleben bei ihm auch bereits im Unternehmen: Teambildung, Verantwortung und Zuverlässigkeit werden den jungen Leuten im Unternehmen vorgelebt. „Wir müssen die Leistungsgesellschaft wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Der, der etwas leistet, muss deutlich mehr davon haben als jemand, der sich in die soziale Hängematte legt“, fordert Vlach.

Einer geplanten Kreisgebietsreform stehe Eckhard Vlach offen gegenüber, denn seiner Ansicht komme damit zusammen, was zusammen gehört. „Vehlow und diesen Bereich zum Landkreis Prignitz und damit zu Perleberg zu geben war damals einfach Unsinn. Bis heute ist unser Schwerpunkt in Kyritz, mit Perleberg haben wir gar nichts am Hut.“
Minister Gerber machte deutlich, dass es für die Unternehmen wichtig sei, ein arbeitsfähige und kompetente Verwaltung im Rücken zu haben. Dabei sei es den Firmen sicher ziemlich egal, wo die Verwaltungsmitarbeiter ihren Schreibtisch zu stehen hätten, denn heute werde bereits sehr viel über Computer und Email erledigt.  

zur Startseite

von
erstellt am 16.Okt.2016 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen