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Der Prignitzer

11. Dezember 2016 | 11:00 Uhr

Elektromobil : Lautlose Touristen im Stadtverkehr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Apartment Hotel ist der erste regionale Anbieter eines E-Mobils für Gäste. E-Autos sind noch die große Ausnahme

Es ist klein, geräuschlos und aktuell eines der beliebtesten Fotomotive in Wittenberge. Spaziergänger bleiben stehen, schauen und schmunzeln. Vor allem wenn der groß gewachsene Tom Wallasch aus diesem Gefährt steigt. Es ist ein Renault Twizy.

Twizy als Auto zu bezeichnen, wäre etwas vermessen. Es ist ein Elektromobil, für den Stadtverkehr geradezu ideal geeignet und genau darum geht es: „Wir bieten das Auto unseren Gästen an“, sagt Tom Wallasch, der als Geschäftsführer das Apartment Hotel am Schillerplatz leitet.

Damit dürfte Twizy das erste Elektromobil in der Prignitzer Tourismusbranche sein. Spätestens seit die ersten richtigen E-Autos auf dem Markt sind und die Bundesregierung seit kurzem ihren Kauf finanziell unterstützt, nimmt dieses Thema an Fahrt auf. „Viele unserer Gäste kommen mit dem Rad oder der Bahn. Mit dem Auto können sie fix zum Einkaufen oder mal an die Elbe fahren“, zählt Tom Wallasch praktische Möglichkeiten auf.

Bei knapp 80 Kilometern Reichweite sind sogar Sehenswürdigkeiten außerhalb Wittenberges erreichbar. Ein Infoblatt mit Ausflugstipps und Entfernungsangabe ist in diesem Fall nicht nur Service, sondern echt hilfreich. Ist der Akku leer, braucht Twizy eine Steckdose.

„Drei Stunden beträgt die Ladezeit“, sagt Wallasch. Möglich ist das an jeder beliebigen Steckdose. Öffentliche Ladesäulen gibt es derzeit weder in Wittenberge noch in der Prignitz.

Erst seit gut einem Jahr führt Tom Wallasch das Hotel. Der gebürtige Prignitzer und gelernte Verkäufer hat das Haus mit zwölf Apartments und zwei Einzelzimmern seitdem neu gestaltet. Er wirkt frisch und modern, der Innenhof mit Holzterrasse und rustikalen Holzmöbeln lädt zum Verweilen ein.

„Wir stehen für Qualität und wollen das auch zeigen. Eine Zertifizierung ist beantragt, wir erwarten das Ergebnis“, so der 33-Jährige. War er anfangs noch Einzelkämpfer, unterstützen ihn mittlerweile drei Kollegen. Seine rechte Hand, Doreen Lorenz, kommt aus der Branche und sei eine wichtige Stütze, sagt er.

Wie gut Twizy wirklich angenommen wird, müsse sich zeigen. Ohne Heizung ist es im Winter nicht das ideale Gefährt, weiß Wallasch. Aber er ist davon überzeugt, dass sich Elektromobilität auf kurzen Distanzen zügig etablieren wird.

Wir wollen es genauer wissen, und haben Behörden, Unternehmen und Tourismusanbieter nach dem aktuellen Stand gefragt.


Hotel Alte Ölmühle


Wir haben derzeit kein E-Auto, denken aber darüber nach und sehen ebenfalls auf kurzen Distanzen Potenzial im Tourismusbereich, sagt Lutz Lange, Gesellschafter der Genesis GmbH.


Stadt Wittenberge


Die eigene Fahrzeugflotte der Stadtwerke Wittenberge muss vorerst noch ohne E-Autos auskommen. „Vor vier Jahren haben wir erst unseren Fuhrpark erneuert, fahren mit Erdgas. Damals waren die E-Autos noch nicht für unsere Einsätze geeignet“, sagt Geschäftsführerin Eveline Geisler.

Die Errichtung von Tanksäulen rücke aber näher. Ein möglicher Standort wäre am WEZ, auch mit Blick auf die Autobahn, so Geisler. Für einen Standort in der Innenstadt laufen Gespräche mit einem möglichen Partner.

Die Stadtverwaltung kann seit einem Jahr ein E-Auto für Dienstfahrten nutzen. Das steht beim Stadtbetriebshof. Der aktuelle Kilometerstand beträgt rund 5000 Kilometer. „Es wird gut genutzt und die Reichweite für innerstädtische Touren ist ausreichend“, sagt Andreas Grieswald, Leiter des Stadtbetriebshofes.

Der Eigenbetrieb Abwasser besitzt ein Hybridauto, welches mit Strom und mit Kraftstoff betrieben wird. Auf dem Friedhof gibt es ein E-Mobil, eine Art Golfcart.


PVU


Der Energieversorger PVU in Perleberg hat noch keine eigenen E-Autos. „Die Reichweiten und die Flexibilität sind für unsere Belange noch zu klein“, begründet Geschäftsführer Holger Lossin. generell sei man daran aber interessiert.

Mit der Stadt habe man über Tanksäulen gesprochen. „Sobald ein signifikanter Bedarf existiert, werden wir Säulen errichten“, kündigt Lossin an.


Landkreis


In der Fahrzeugflotte des Landkreises gibt es noch keine E-Autos. Es handelt sich um Leasingverträge mit festen Laufzeiten, informiert Pressesprecher Frank Stubenrauch. Bis 2017 sei laut dem gültigen Haushalt der Erwerb von E-Autos nicht geplant. Entscheiden über die Anschaffung müssten die Kreistagsabgeordneten.

 

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erstellt am 13.Okt.2016 | 03:45 Uhr

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