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Der Prignitzer

08. Dezember 2016 | 08:54 Uhr

Verein vor der Auflösung : Kulturverein Stepenitztal – adieu?

vom

Zeitlimit für das Finden neuer Vorstandsmitglieder ist abgelaufen / Einladung in die Seddiner Kirche zu letztem Konzert am Sonntag

Seddin  Ein neuer Vorstand sollte vor rund einem halben Jahr  auf der Jahreshauptversammlung des Kulturvereins Stepenitztal e. V.  gewählt werden.  Marlene Lüdcke, seit 2005 im Vereinsvorstand aktiv und seit 2007 Vorsitzende, hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, nicht mehr kandidieren zu wollen. Jüngere Leute sollten ihr Ehrenamt und das weiterer Vorstandsmitglieder übernehmen. Interessierte, so Lüdcke, gebe es auch. Allerdings kam es nicht zur Kandidatur. Laut Satzung bleibt  der alte Vorstand so lange im Amt, bis ein neuer gefunden ist. Die  Vereinsspitze hatte  dazu allerdings das zeitliche Limit auf ein halbes Jahr begrenzt.

Das halbe Jahr ist fast vorüber  – ein neuer Kopf nicht gefunden. Der Verein lädt daher am Sonntag, dem 6. Juli, zum letzten  Mal zu einem Konzert in die Seddiner Kirche ein.  Elke Memmer singt romantische Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy und Antonin Dvorák, Ulrich Eckhardt begleitet sie an der Orgel. Beginn ist um 15 Uhr. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen im Kulturstall.   Seit mehr als zehn Jahren begleitet Ulrich Eckhardt das reichhaltige kulturelle Programm des Vereins, rief u. a. zur Restaurierung der Seddiner Hollenbach-Orgel auf, die inzwischen nach vielen Benefizkonzerten mit Unterstützung der Sparkassenstiftung und von Spendern   wieder in altem Glanz erstrahlt und die Kirche mit Wohlklang erfüllt. „Wir möchten ein besonderes Dankeschön überbringen – der evangelische Posaunenchor aus Perleberg unter Leitung von Andreas Draeger wird mit acht Bläsern zu Gast sein und  für Ulrich Eckhardt spielen“, so Marlene Lüdcke.

Im ersten Halbjahr ging  der Verein – trotz der trüben Aussichten  – noch einmal in die Vollen, bot Konzerte, Vorträge und die beliebte Wanderung an. Für den 10. Juli steht ab 19 Uhr noch ein Flamencokonzert auf dem Programm. Zudem werde man sich   noch fürs Seddiner Dorffest engagieren, das am 9. August stattfindet. Bereits am 14. September vorigen Jahres gab es  hier ein Fest, das auf Anhieb sehr gut besucht war.

Das gilt im Prinzip für alle kulturellen Angebote, die der Verein unterbreitet. Auf mehr als 30 Konzerte und viele weitere  Veranstaltungen  blickt er  allein in der Amtszeit von Marlene Lüdcke zurück. Zu den Publikumslieblingen gehört zweifelsohne  die König-Hinz-Performance – die man für dieses Jahr aufgrund avisierter archäologischer Grabungen  leider absagen musste.  Ob und wie die  Hinz-Performance künftig weiterleben kann, ist ebenso ungewiss wie der Fortbestand der anderen Offerten.    Was die Performance betrifft, so sei vorstellbar, dass die Idee aufgegriffen und vielleicht in etwas anderer Form fortgeführt werde, hofft  Marlene Lüdcke. Vorstellbar sei auch, dass Klaus Lehmann, der sich immer um die Wanderungen kümmert, diese unabhängig vom Fortbestand des Vereins weiterhin anbiete.

 „Es liegt uns wirklich sehr am Herzen, dass es weitergeht“, sagte Marlene Lüdcke dem „Prignitzer“ vor knapp einem halben Jahr.   Man stehe immer noch zu dem Versprechen, einen möglichen neuen Vorstand in der ersten Zeit umfassend zu unterstützen.  Sollte sich jedoch niemand finden, werde  der 1992 gegründete erfolgreiche Kulturverein definitiv  seine Arbeit beenden.   

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erstellt am 02.Jul.2014 | 08:18 Uhr

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