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Der Prignitzer

11. Dezember 2016 | 05:10 Uhr

Besuch im Kreiskrankenhaus : Küchengruß zum Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Unternehmer erlebten eine informative Führung durch wenig bekannte Bereiche des Krankenhauses in Perleberg.

Spannend und informativ sei dieser Nachmittag, ein echter Blick hinter die Kulissen des Kreiskrankenhauses. Christian Winkelmann bereut sein Kommen nicht: „Es hat mich einfach interessiert“, sagt der Geschäftsführer der Schacht GmbH auf dem 3. Unternehmergespräch. Zu diesem hatte für gestern Landrat Torsten Uhe eingeladen.

Vorausgegangen waren Unternehmensbesuche. 50 sind es nach zwei Amtsjahren. Immer wieder hätten Unternehmer den Wunsch nach einem Erfahrungsaustausch über die Branchen hinaus geäußert, begründet Torsten Uhe das Treffen. „So ist es“, bestätigt Winkelmann. „Wie gehen andere Geschäftsführer mit dem Thema Fachkräfte und Ausbildung um, was bieten sie und wo ergeben sich vielleicht Synergien“, formuliert Winkelmann seine Fragen.

Melanie Meinke und Kerstin Förster betreiben in Glöwen eine Seniorentagespflege: „Viele unserer Patienten waren im Krankenhaus, jetzt lernen wir es einmal kennen“, sagen sie.

Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Geschäftsführer Karsten Krüger verzichtet auf das Standard-Besuchsprogramm und führt hinein in die Katakomben. Seine Mitarbeiter stellen das technische Herz der Klinik vor. 40 000 Kubikmeter Wasser beträgt der Jahresverbrauch, um nur eine von vielen Zahlen zu nennen.

Wer mag, kann einen Blick in den Aufbewahrungsraum der verstorbenen Patienten werfen, auch der Sektions- sowie der Abschiedsraum stehen offen. Deutlich entspannter wird die Atmosphäre in der Küche. Das liegt nicht nur am Thema, sondern vor allem an Küchenchef Volker Pagel, der mit Entertainmentqualitäten durch sein Reich führt.

An sechs Tagen in der Woche kommt frische Ware, pro Woche sind diverse Wurstsorten im Angebot. Gut 20 Kilogramm müssen aufgeschnitten werden – pro Tag. „Das übernimmt eine Maschine im Wert eines Kleinwagens“, sagt Pagel.

Individuelle Wünsche der Patienten würden berücksichtigt. Wer Salat statt Joghurt oder umgekehrt haben möchte, kann das angeben. Falls jemand seinen Geburtstag in der Klinik verbringen muss, kann er sich über einen besonderen Gruß aus der Küche freuen: ein Glas Fruchtaufstrich. Der sei selbst kreiert, betont Pagel. Überhaupt setze er bei Lebensmitteln auf den regionalen Markt: Gemüse kommt aus der Gärtnerei der Lebenshilfe. Back- und Fleischwaren von Perleberger Geschäften.

Für Torsten Uhe sind dies Gründe, warum er in das Kreiskrankenhaus eingeladen hatte. Die Klinik sei ein Wirtschaftsfaktor. Nicht nur durch die genannten Einkaufsbeispiele des Küchenmeisters, sondern allein schon durch die Zahl der Beschäftigten: 945 sind es in der Unternehmensgruppe, zu der auch Seniorenheime und das Gesundheitszentrum in Wittenberge zählen. „Unser Jahresumsatz stieg von 45 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 58 Millionen in diesem Jahr“, sagt Karsten Krüger.

Einen starken Zuwachs an Patienten verzeichnet das Gesundheitszentrum: Ihre Zahl stieg von 9000 im Jahr 2011 auf jetzt knapp 19 000. Das belege, wie wichtig die Angebote der Klinik sind. Krüger machte das auch an zwei Beispielen fest: Erst durch sein Haus sei es gelungen, in Wittenberge wieder einen Hautarzt und in Pritzwalk einen Kinderarzt anzusiedeln.

 

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erstellt am 17.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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