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Der Prignitzer

27. September 2016 | 00:27 Uhr

Prignitzer Nahverkehr : Kreis reagiert auf Kritik an Fahrplänen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Modellversuch soll reale Zahlen über Fahrgäste aus kleinen Orten bringen

Die öffentliche Kritik an den Kreistagsabgeordneten im Zusammenhang mit den neuen Busfahrplänen, habe man zur Kenntnis genommen, sagte die Grünen Abgeordnete Bärbel Treutler auf der jüngsten Sitzung. Die Kritik der Kommunen jedoch sei in vielen Fällen für sie nicht nachvollziehbar.

Im Zuge des mehrjährigen Verfahrens seien alle Kommunen angehört worden. Hinweise und Ergänzungen habe es nur punktuell gegeben. Sie hätten einzelne Haltestellen betroffen. Die Mehrheit der Kommunen habe gar keine Einwände erhoben. Als Beispiele nannte Treutler Putlitz-Berge, Bad Wilsnack und auch Groß Pankow, wo sich jetzt gar eine Elterninitiative gebildet hatte, die für Nachbesserungen im Fahrplan kämpft. Ergänzend dazu teilte der Kreis gegenüber unserer Redaktion mit, dass die Kommunen Anfang des Jahres auch nicht den Sachverhalt moniert hätten, dass Orte unter 150 Einwohnern nicht mehr angefahren werden.

In den kommenden Wochen will der Kreis in einem Modellversuch einige dieser Orte anbinden. Dabei soll festgestellt werden, wie viele Fahrgäste den Bus dann wirklich nutzen. „Wenn niemand fährt, ist es berechtigt, den Bus einzustellen“, argumentierte Hartmut Winkelmann (Linke).

Winkelmann hatte auf dem vorherigen Kreistag die Verwaltung scharf angegriffen. Jetzt sagte er: „Ich bin sehr positiv überrascht, dass unsere Stimmen aus dem Kreistag und von Eltern so ernst genommen wurden.“ Es habe Veränderungen in den Fahrplänen gegeben. Zudem eröffne der jetzt gestartete Modellversuch die Chance, für eine weitere Nachjustierung. „Die muss aber kostenneutral erfolgen“, betonte Winkelmann. Das heißt: Wenn es zusätzliche Fahrten gibt, müssen andere gestrichen werden.

Eine gänzlich andere Meinung vertrat Karl-Heinz Brüdigam (Linke): Die Verwaltung habe den Willen des Kreistages unzureichend umgesetzt. Der Fahrplan mache für tausende Prignitzer eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unmöglich.

Diesen Aussagen widersprach Landrat Torsten Uhe (parteilos) auf der Sitzung energisch: „Erzählen Sie keinen Unsinn“, sagte er zu Brüdigam. Der Vorwurf, seine Mitarbeiter hätten sich nicht an Vorgaben gehalten, sei haltlos.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 14:00 Uhr

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