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Der Prignitzer

06. Dezember 2016 | 13:10 Uhr

Schulprojekt : Krankenschwester an der Schule

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Roland- und Friedrich-Gedike-Oberschule sind beim Pilotprojekt Schulgesundheits-Fachkräfte ab Februar 2017 dabei

Im Februar 2017 soll an 20 Schulen im Land Brandenburg das Modellprojekt ,,Schulgesundheitsfachkräfte“ starten. Mit dabei die Rolandschule und die Friedrich-Gedike-Oberschule aus Perleberg. Redakteurin Doris Ritzka sprach mit Jutta Barfuß, Oberschulrektorin, und Heike Rudolph, Schulleiterin der Roland-Grundschule

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Perleberg ist gleich mit zwei Schulen am Start. Zufall?

Heike Rudolph: Ich würde sagen, etwas Glück gehört auch dazu. Fest steht aber, man habe bei der Auswahl bewusst das Augenmerk nicht auf den Speckgürtel gelegt, sondern auf Schulen im ländlichen Raum. Seit Ende Juli ist die Rede von diesem Pilotprojekt, liefen die Vorbereitungen im Ministerium. Die Schulen waren miteingebunden, wir haben uns beworben und den Zuschlag erhalten. Klar, dass wir uns freuen.

Jutta Barfuß: Das kann ich nur unterstreichen, auch wenn ich persönlich mich erst noch intensiver damit vertraut machen muss. (Anmerkung der Redaktion: Jutta Barfuß hat erst am 1. Oktober die Leitung der Friedrich-Gedike-Oberschule übernommen habe. Meine Stellvertreterin Corina Rodemann steckt aber voll im Stoff.

Wie sieht nun die Praxis aus? Bekommt jede Schule ab Februar eine Krankenschwester?

Heike Rudolph: Keine Krankenschwester, sondern eine Schulgesundheitsfachkraft. Und die kann übrigens auch ein Mann sein, was wir recht gut finden würden. Denn männliche Kollegen haben wir an der Grundschule kaum oder zumeist gar nicht. Zudem wird eine Schulgesundheitsfachkraft für beide Einrichtungen zuständig sein. Zusammen haben wir rund 650 Schüler. In Finnland und Schweden, wo dieses Projekt bereits gut läuft, sind es an die 800 Schüler.

Gibt es dann ab Februar die Kopfschmerztablette oder das Pflaster von der Schulgesundheitsfachkraft?

Corina Rodemann: Ganz vereinfacht könnte man es so sagen. Doch die Verabreichung von verordneten Medikamenten erfolgt nur bei Zustimmung der Eltern.

Heike Rudolf: Es kommt immer mal wieder vor, dass Schüler regelmäßig Medikamente brauchen oder akut gesundheitliche Probleme auftauchen. Ich denke da nur an Diabetiker oder auch Epileptiker. Wir als Lehrer dürfen keine Medikamente verabreichen oder gar spritzen.

Der Aufgabenbereich der neuen Fachkraft ist aber noch weitaus vielschichtiger. Sie soll präventiv in Sachen Gesundheit agieren, so auch in den Unterricht eingebunden werden. Oder auch bei möglichen psychologischen Problemen den Schülern Gesprächsangebote unterbreiten bzw. vermitteln.

Corina Rodemann: Kurzum, sie ist für uns ein weiterer Pfeiler unseres multiprofessionellen Teams von Sonderpädagogen, Diagnostikern und Sozialarbeitern.

Heike Rudolph: Wir als Rolandschule haben uns auf den Weg zur guten, gesunden Schule gemacht. Ein Beispiel: Die täglichen Koordinationsübungen. Das neue Projekt passt da einfach zu uns.

Neben Klassenräumen und Sekretariat gibt es dann fortan auch ein Schwesternzimmer in den Schulen?

Corina Rodemann: Korrekt, einschließlich Büroarbeitsplatz. Bei der Ausstattung wurde uns Unterstützung durch den Projektträger, der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksverband Potsdam, zugesichert. Wir haben bereits den passenden Raum, der vor allem auch für Rettungskräfte gut zu erreichen ist.

Heike Rudolph: Und wir sind dabei mit der Stadt als Träger unserer Schule ein entsprechendes Raumkonzept zu erarbeiten.

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erstellt am 20.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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