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Der Prignitzer

06. Dezember 2016 | 18:56 Uhr

Tagung der Kreissynode in Wittenberge : Kirche in die Region miteinbringen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Pfarrerin Eva-Maria Menard aus Berlin mit klarer Mehrheit auf der Synode des Kirchenkreises Prignitz zur Superintendentin gewählt

„Dieser Vertrauensvorschuss stärkt den Rücken, für das, was wir gemeinsam angehen müssen“, sagte die neue Superintendentin des Kirchenkreises Prignitz, Eva-Maria Menard, nach ihrer Wahl am Sonnabend auf der konstituierenden Sitzung der Kreissynode.

Mit überwältigender Mehrheit wurde die Berlinerin, die die einzige Kandidatin für das Amt des Superintendenten war, gewählt. Von den 99 anwesenden Synodalen, insgesamt wären es 112 gewesen, stimmten 94 für die 49-Jährige bei vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Damit ist die Pfarrerin aus Berlin die erste Superintendentin im Sprengel Potsdam, zu dem der Kirchenkreis Prignitz gehört. „So ein Ergebnis habe ich noch nicht erlebt“, betonte Generalsuperintendentin Heilgard Asmus des Sprengels Potsdam, die die Vorsitzende der Vorschlagskommission war. „Wir haben zwölf Menschen gezielt angesprochen und gefragt mit den Anforderungen theologisches Profil, hohe Kommunikation und Ideen für die Kirche auf dem Land. Wir kamen aus Überzeugung zu dem Entschluss, nur eine Kandidatin zu präsentieren“, führte vor der Wahl Heilgard Asmus aus.

Dieser Überzeugung folgte eben die überwältigende Mehrheit. Auch aufgrund dieser Tatsache, zeigte sich Eva-Maria Menard emotional sehr bewegt.

Und Emotionen, so scheint es, spielten bei ihr auch eine Rolle, sich der Wahl zur Superintendentin im Kirchenkreis Prignitz zu stellen. Warum in die Prignitz, wurde die Pfarrerin oft gefragt. „Es sind zwei Bauchgefühle. Nach 20 Jahren Berlin habe ich von den Häuserschluchten genug. Und es ist an der Zeit, dass ich mich einer neuen Herausforderung stelle“, sagte Eva-Maria Menard und sie fügte an: „Wir gehören alle zu der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Es braucht Brückenbauer und -bauerinnen zwischen Stadt und Land, damit die Wege zueinander führen“, schlug die neue Superintendentin den Bogen.

„Unsere Kirche möchte offen und öffentlich sein, dass wir uns als Kirche in die Region miteinbringen, die Perspektive des Landes mitgestalten, damit wir in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Wir haben durch unseren Glauben etwas einzubringen.“ Sie habe hier bereits bei den Menschen Gradlinigkeit und Freundlichkeit erfahren. Für sie habe „das offene und freie Wort ein hohes Gut. Das auszusprechen, was notwendig ist.“ Die 49-Jährige will jetzt „die Menschen, die Orte, die Probleme hier kennenlernen“. Von daher sei es „noch gar nicht seriös möglich, konkrete Ziele zu benennen“.

Sie habe aber bereits erfahren, dass die Kreissynode sehr „konstruktiv und professionell“ arbeite. In Anbetracht der Tatsache, dass nach der Fusion zum 1. Juli diesen Jahres der beiden Kirchenkreise Prignitz und Kyritz-Wusterhausen der neue Kirchenkreis Prignitz mit nunmehr 28 Pfarrsprengeln, 30 Pfarrern, mehr als 200 Kirchen und mit 24 744 Mitgliedern ausgestattet ist, geht es darum, zusammen zu wachsen. „Ich mache keine halben Sachen, das ist nicht so mein Ding“, sagte Eva-Maria Menard über sich. Deshalb wird sie auch nicht eine halbe Pfarrstelle besetzen, sondern sich ganz ihrer Aufgabe als Superintendentin widmen.

Ein Umzug aus Berlin ist bereits in Planung. Zum Sitz der Superintendentur in Perleberg gehört eine Dienstwohnung, in die sie bis zu ihrem Dienstantritt am 15. Februar 2017 mit ihrem Mann Peter eingezogen sein will. Ihr Einführungsgottesdienst ist für den 5. März 2017, voraussichtlich in Perleberg, vorgesehen.

Und im neuen Kirchenkreis sind weite Wege zu meistern. In Berlin konnte sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder „mit dem Fahrrad“ die Strecken bewältigen, hier benötigt sie den Führerschein, den sie derzeit in Angriff nimmt und bis zu ihrem Amtsantritt sicherlich in der Tasche hat. „Ich bin optimistisch. Ich habe demnächst meine Nacht- und Autobahnfahrt“, erzählte sie am Rande.  

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erstellt am 14.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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