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Der Prignitzer

29. Juli 2016 | 06:00 Uhr

Flüchtlinge : Kinderheim bleibt im Ruhemodus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt: Das ungenutzte Gebäude kommt derzeit für Flüchtlingsunterbringung nicht in Frage

Der Landkreis mietet das Jugendgästehaus der Genesis GmbH in der Perleberger Straße an, um dort bis zu 40 Flüchtlinge unterzubringen (der „Prignitzer“ berichtete in der vergangenen Woche).

Warum dieses Haus, wo doch in der Bad Wilsnacker Straße das ehemalige Kinderheim leer steht? Mit dieser Frage wandte sich via Facebook Karsten Jastram an den „Prignitzer“. Jastram meint: „Hier wird übers Jahr penibel für Ordnung und Sauberkeit gesorgt und im Winter auch geheizt.“ Das Geld für eine solche Vermietung könne die Stadt Wittenberge doch sicher auch gebrauchen.


Was geschieht in der Wahrenberger Straße?


Die Antwort auf diese Frage kann nur der Eigentümer geben. Und das ist die Wohnungsbaugesellschaft (WGW). Deren Geschäftsführer Torsten Diehn sagt: „Das Kinderheim ist nicht in dem Zustand, dass es bei Bedarf sofort bezogen werden könnte. Es ist vielmehr komplett still gelegt.“ Es würde eines ziemlichen Aufwandes bedürfen, um es wieder in Betrieb zu nehmen. Außerdem müsste es mit Mobiliar und allem, was noch dazu gehört, ausgestattet werden, während das Jugendgästehaus wie eine Art Hotel bei Bedarf sofort funktioniere.

Auch Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der WGW-Gesellschaft, sagt auf Nachfrage, dass es zur Zeit seitens der Stadt keine Pläne gebe, das Haus dem Landkreis als Flüchtlingsquartier zur Verfügung zu stellen.

Die Kreisverwaltung ist dafür zuständig, die der Prignitz zugewiesenen Asylsuchenden mit Quartieren zu versorgen. Wie den Worten des 1. Beigeordneten Christian Müller zu entnehmen ist, ist das ehemalige Kinderheim, in dem vor dessen Leerzug ein Awo-Hort und eine Kleiderkammer untergebracht waren, derzeit kein Thema für den Kreis. Müller sagt „ein Thema für uns sind vor allem Immobilien, die kurzfristig bezogen werden können“. Unter diesem Gesichtspunkt prüfe die Kreisverwaltung derzeit, „welche Möglichkeiten wir in welchen Kommunen haben“. Auf „Prignitzer“-Nachfrage, ob darunter auch ein Gebäude in der Wahrenberger Straße falle, das von der Lebenshilfe über Jahre als Wohnstätte und Werkstatt für Menschen mit Handicap genutzt wurde, reagiert Müller zurückhaltend. Er wolle sich in Bezug auf dieses Grundstück nicht festlegen, weil derzeit sehr vieles in Bewegung sei. Ausschließen wollte er es aber auch nicht.

Der Zurückhaltung von Müller stehen die drängenden Fragen von Bewohnern aus der Wahrenberger Straße gegenüber. „Wir wollen wissen, was in unserer Nachbarschaft geschieht, ziehen dort Fremde ein oder nicht?“, mit diesen Fragen wandten sie sich Hilfe suchend an den „Prignitzer“, auch verärgert darüber, dass „niemand mit uns spricht“. Müller beschwichtigt: „Wir prüfen Immobilien auf ihre Nutzbarkeit.“ Wenn wirklich eine Anmietung erfolgt, dann solle auch informiert werden.

Anwohner, konfrontiert mit dieser Aussage, bleiben skeptisch, hätten sie doch beobachtet, wie in dem Gebäude in der Wahrenberger Straße geräumt wird.  

 

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erstellt am 03.Nov.2015 | 22:00 Uhr

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