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Der Prignitzer

30. September 2016 | 01:49 Uhr

Kreiskirchentag in Wittenberge : Keine Integration ohne Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Darüber sind sich die Diskutanten auf dem Podium des ersten gemeinsamen Kreiskirchentags nach der Fusion einig

Dass mit der Fusion der Kirchenkreise Prignitz und Kyritz-Wusterhausen auch die Wege zu gemeinsamen Veranstaltungen länger werden, änderte nichts daran, dass der Platz um die Wittenberger Stadtkirche gestern ein großes buntes Treiben bot. Der erste gemeinsame Kreiskirchentag lockte unter dem Motto „Hier stehe ich“ in die Elbestadt.

„Die Gremien und Synodalen werden oder sind schon neu gewählt, wir bemühen uns, die Strukturen schnell anzupassen, dass sich jeder im Kreis auch schnell wiederfindet“, sagt Rilana Gericke, Pressesprecherin des Kirchenkreises, zu den Veränderungsprozessen in der Verwaltung. Fahrgemeinschaft seien gebildet worden, damit viele dem gemeinsamen Gottesdienst am Morgen, dem Markt der Möglichkeiten um die Kirche und der Podiumsdiskussion beiwohnen konnten.

Mit viel Freude und guter Stimmung boten die Damen vom Eine-Welt-Laden der evangelischen Kirchengemeinde Wittenberge Produkte aus fairem Handel an und plauderten mit ihren Standbesuchern sprichwörtlich über Gott und die Welt. Sie wollten ein Zeichen setzen, denn faire Preise passen gut in das christliche Weltbild, waren sich Hildburg Pilz und ihre Mitstreiterinnen einig. „Früher hatten die Bauern zum Beispiel in Süd- oder Lateinamerika keine eigenen Absatzchancen, waren von Zwischenhändlern abhängig. Mit fairem Handel können sie von ihrer Arbeit leben, zusätzlich werden kulturelle und soziale Projekte vor Ort unterstützt“, erklärte Hildburg Pilz.

Der Markt bot vielerlei Attrkationen. Aus Yton-Steinen konnten Figuren geschnitzt werden, ein Kindermusical am Nachmittag und eine Hüpfburg gab es. „Hier stehe ich“ stand auch auffordernd auf einer alten Haustür, an die man seine ganz eigenen Thesen zum Glauben mit Hammer und Nagel anschlagen konnte: Das kommende Lutherjahr wirft seine Schatten voraus.

Eine weitere Bedeutung des Mottos wurde in der Podiumsdiskussion am Nachmittag erörtert. Wie begegnet die Gesellschaft der Aufgabe, Geflüchtete aufzunehmen, die nun einmal da sind? Wo liegen die Baustellen in der Integration?

Zwischenapplaus für ihr Statement bekam Podiumsteilnehmerin Nina Hoger. „Für mein Leben sind die Flüchtlinge eine große Bereicherung“, sagte die Schauspielerin selbstbewusst, die aus ihren Erfahrungen in einer Willkommensinitiative berichtete. Eines der größten Probleme sei, dass viele Flüchtlinge, die etwas tun wollen, zur Beschäftigungslosigkeit verdammt sind. „Wir versuchen, so viel wie möglich gegen diese entsetzliche Langeweile anzugehen“, sagte Hoger. Dass hier der Knackpunkt der weiteren Integrationsarbeit liegt, sah auch Imam Said Ahmed Arif von der Khadija-Moschee in Berlin-Heinersdorf so. „Etwas tun zu dürfen ist gut. Es ist gut für die Psyche der Menschen aber es ist auch gut für die gesamte Gesellschaft.“ Der IT-Unternehmer Ralph Jahnke aus Havelberg sah noch zu viele bürokratische Hindernisse auf dem Weg von Geflüchteten e in eine geregelte Beschäftigung.

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erstellt am 19.Sep.2016 | 04:45 Uhr

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