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Der Prignitzer

08. Dezember 2016 | 04:59 Uhr

Dampfmaschine : Kein Geld für Dampfmaschine

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Finanzausschuss mehrheitlich gegen Verbleib des technischen Kleinods in der Stadt

Der Wunsch sei schon da, doch es fehle das Geld, um für die historische Dampfmaschine ein Domizil zu schaffen – so der Tenor im Finanzausschuss. Während der Stadtentwicklungsausschuss dazu nicht beschlussfähig war, sprach sich der Finanzausschuss eindeutig mit sechsmal Nein und einer Enthaltung gegen das Vorhaben aus, am Oldtimermuseum einen Anbau für besagtes technisches Kleinod zu schaffen. Anders ausgedrückt: Man votierte nicht dafür, dass das technische Denkmal in der Stadt verbleiben soll. Vielmehr wurde in die Debatte geworfen, dass es im Bauausschuss die Info gab, der Wittenberger Lokschuppen habe Interesse an der Dampfmaschine gezeigt. Damit bliebe sie dann ja in der Region.

Da über Fördermittel das Projekt zu realisieren schwer sei, hatte die Verwaltung von vornherein eine bauliche Minimallösung in Betracht gezogen. Kostenpunkt: Grob geschätzt 133 000 Euro. Der Projektentwurf sieht vor, dass sich der rechteckige Baukörper als Anbau in die Nische zwischen Oldtimermuseum und Turnhalle der Rolandschule einfügt.

Doch wozu diesen Aufwand betreiben?, fragt man sich unwillkürlich angesichts der Debatte im Ausschuss. Wolfgang Schulz (SPD) äußerte, dass das Museum mehr oder weniger nur als Unterstellmöglichkeit für Oldtimer genutzt werde. Aufgrund der Öffnungszeiten (Ein Tag in der Woche könne gewährleistet werden, so die Kämmerin) habe man kaum die Chance, diese anzusehen. Zudem koste die Unterhaltung der Einrichtung der Stadt jährlich schon allein 10 000 Euro. Passieren tue aber letztlich nichts, so Schulz.

„Wir machen alles ehrenamtlich. Vereinbart war damals mit der Stadt, dass sie über ABM die Öffnung des Museums unter der Woche und wir am Sonntag gewährleisten. ABM gibt es nicht mehr und damit war man fertig mit uns“, ist von Frank Brauer, Vorsitzender der Oldtimerfreunde, zu erfahren.

Auf kam im diesem Zusammenhang im Finanzausschuss die Frage nach dem Bestand des Oldtimervereins und welche Absicherung es gebe, damit die Ausstellungsstücke faktisch als Leihgabe dann auch im Oldtimermuseum verbleiben, die Stadt nicht noch in einen Anbau für ein in einigen Jahren womöglich immer leerer werdendes Museum investiere.

Der Vereinsvorsitzende nennt auf Nachfrage des „Prignitzer“ ganz konkrete Zahlen: „Wir haben 50 Mitglieder, doch nicht alle kommen aus Perleberg bzw. aus der Prignitz. An die 30 bilden so den aktiven Kern.“ Offensichtlich sei den Abgeordneten entgangen, was der Verein gerade in letzter Zeit auf dem Flugplatzgelände geschaffen habe. Über 1000 Stunden Arbeit stecken da drin – „ehrenamtlich, versteht sich“, so Brauer. So etwas mache man nicht, wenn man keine Zukunft für den Verein sehe. Vielmehr haben die Oldtimerfreunde das Gefühl, man wolle sie hier nicht.

Edwin Grönboldt (Bauernverband) hingegen gab dann im Finanzausschuss aber zu bedenken, dass die Dampfmaschine für immer weg sei, wenn man jetzt nein sage. Zumindest übergangsweise eine Unterstellmöglichkeit für jene zu finden bis man die Finanzen habe, um Nägel mit Köpfen zu machen, lautete so ein Vorschlag. „Doch auch dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen“, machte Kämmerin Ute Brüggemann unmissverständlich deutlich. Für Dirk Rumpel (Linke) ist es klar: Momentan könne man sich vom Etat her so ein Projekt nicht leisten. Er sieht den einzigen Verlust darin, dass man ein Museumsteil dann weniger in Perleberg habe.

 

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erstellt am 05.Okt.2016 | 07:45 Uhr

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