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Der Prignitzer

01. Oktober 2016 | 01:47 Uhr

Erntefeste in der Prignitz : Kartoffelpuffer und Theater

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Dorf- und Erntefestsaison in der Prignitz ist noch voll im Gange / Am Wochenende gab es in Mankmuß und Pröttlin viel zu sehen

Schon eine echte Institution ist das Kartoffel- und Kürbisfest in Mankmuß, das am Wochenende von zahlreichen Einwohnern und Gästen zelebriert wurde. Die Pröttliner haben ihr Drachen- und Erntefest aufgrund des erst kürzlichen Pinnower Jubiläums etwas kleiner gehalten, konnten dafür allerdings mit viel Kultur aufwarten.

Mankmuß

Buntes Markttreiben auf dem Dorfanger von Mankmuß. Zwischen Flohmarkt, Kürbissuppe, Räucherfisch und Softeis steht Michael Becker, gebürtiger Mankmußer und hauptberuflich Werksleiter der Kreisstraßenmeisterei in Perleberg, am Grill und wendet Bratwürste und Steaks. „Ich mache das seit Jahren und so eine Aufgabe kann man ja erst weitergeben, wenn man einen würdigen Nachfolger gefunden hat“, scherzt er und teilt dampfendes Grillgut aus. Die Schlange bei ihm ist jedoch nicht die längste auf dem Platz. Bei Herbert Meyer und Petra Herbom staut es sich. Beide setzen und wenden Kartoffelpuffer im Akkord, zirka 200 Kilo Kartoffeln wollen verarbeitet sein. Es dampft, es spritzt und ist unglaublich heiß. Olaf Kahl aus Pirow und seine Frau stehen mit Dutzenden anderen in der Reihe. „Wir kommen immer, weil die Kartoffelpuffer wirklich gut schmecken. Sie brauchen zwar ihre Zeit, aber gut Ding will Weile haben“, so Olaf Kahl. Gut eine Dreiviertelstunde Anstehen war ihm die Sache wert. Marina Schröder und Renate Kraft arbeiten ebenfalls ehrenamtlich im Akkord, reichen Kuchen über die Theke, den der Landfrauenverein im Blüthener Steinbackofen gezaubert hat. „Man kann das gar nicht hoch genug schätzen“, sagt Doreen Göseke, Vorsitzende des Bürgervereins Mankmuß 2001. Zu den 18 Ehrenamtlern des Vereins stießen 15 freiwillige Helfer, die die Rundumbetreuung stemmten. Und neben Kürbissen, die überall zur Deko auslagen und gegen einen Obulus mitgenommen werden konnten, gab es bei einem Würfelspiel ein Ferkel, Welse, Kartoffeln und Getreide zu gewinnen. „Dank Spenden von der Landgenossenschaft Pröttlin, der Agrargenossenschaft Dallmin und dem Ferkelgut von Gerhard Grützmacher“, erklärt Doreen Göseke.

Im Festzelt spielten am Samstagnachmittag die Elbtalmusikanten mit klassischer Blasmusik auf, unter anderem erschallte „Wir lagen vor Madagaskar“ über den Platz. Die Musik gefällt auch dem Wahl-Wittenberger Erwin Dreger. „Bei vielen Festen werden ja nur die Musikboxen aufgestellt und das ist gerade für ältere Leute anstrengend“ , würdigt der 85-Jährige das Mankmußer Konzept.

Pröttlin

Gut gefüllt ist der Saal der ehemaligen Gaststätte in Pröttlin. „Es haben sich 125 Zuschauer angemeldet“, sagt Marina Maaß, stellvertretende Ortsvorsteherin. Am Freitagabend gab es für die jüngsten Besucher schon ein Kulturprogramm mit dem Marion-Etten-Theater im Feuerwehrhaus, am Samstagnachmittag gab es für die Älteren den Schwank um das „Hörrohr“. Die Eigenproduktion der Pröttliner Theatergruppe hatte beim 750. Jubiläum von Pinnow Premiere, viele hatten sie noch nicht gesehen. Und so gab es nach der riesigen Kaffeetafel Lacher am laufenden Band für das Stück um den Opa, der seine Enkelin verdächtigt, ihm etwas Böses zu wollen, bis er durch ein Hightech-Gerät anfängt, Dinge zu hören, die er lieber nicht hören will. Zünftig ließen die Pröttliner ihr zweitägiges, ein wenig kürzeres Fest am Samstagabend mit einem Tanzball ausklingen.

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erstellt am 19.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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