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Der Prignitzer

25. Juni 2016 | 10:41 Uhr

Mit der Feuerwehr Prignitz im Einsatz : Kameraden befreien eingeklemmte Retter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sanitäter verunglücken auf Weg zu ihrem Einsatz. Der Fahrer des Rettungswagens muss mit einem Intensivhubschrauber nach Berlin geflogen werden.

Gegen 0.50 Uhr läuft der Alarm auf. Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen auf der K 739 in Karstädt kurz vor der Auffahrt auf die B 5. Von einem Eigenfahrzeug ist die Rede, „also Feuerwehr oder Rettungsdienst“, durchzuckt es Uwe Schleich, Pressesprecher der Perleberger Wehren, wie ein Blitz. Die Karstädter sind zu der Zeit im Einsatz, Perleberg bietet umgehend Hilfe an, obwohl die städtische Wehr gerade erst zwei Einsäte beendet hat.

Mit zwei Fahrzeugen mit entsprechendem Rettungsgerät sind sie sofort in der Spur. Dort, wo die Straße einen kleinen Knick macht, ist ein Rettungswagen auf die linke Fahrbahn gelangt und frontal gegen einen Baum geprallt. Der 59-jährige Fahrer und sein 44-jähriger Kollege werden eingeklemmt.

Die Wehren Premslin/Glövzin und Karstädt werden zur Unterstützung hinzugezogen. „Selbst mit drei Hydraulikstempeln, also schwerem Gerät, dauerte es gut eine Stunde, bevor wir die beiden Sanitäter befreit hatten“, berichtet der Perleberger Kamerad. Derweil ist ein Intensivrettungshubschrauber, der nachtflugtauglich ist, aus Berlin gelandet. „Das bedeutet immer, dass Lebensgefahr besteht“, so Dörte Röhrs von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord. Der 59-Jährige wird in die Unfallklinik nach Marzahn geflogen, seinen Kollegen, der leichter verletzt ist, bringt ein Rettungswagen ins Krankenhaus. 150 000 Euro Schaden steht später im Polizeibericht.

Die Tragik, beide Rettungssanitäter waren auf dem Weg nach Perleberg, um Hilfe zu leisten. Patienten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung sollten sie übernehmen.

Gegen 0.38 Uhr ging ein Hilferuf aus der Perleberger Friedenstraße ein. Kellerbrand in der Nummer 18, eine große Anzahl von Personen befindet sich im Haus, so die Meldung. Sämtliche Perleberger Wehren rückten aus. Beim Eintreffen züngelten Flammen aus der Eingangstür. Zwei Trupps unter Atemschutz bahnten sich einen Weg ins Haus, „der eine suchte und löschte den Brandherd, der andere öffnet e Flurfenster, um einen Fluchtweg für die Bewohner zu schaffen“.

„Das Feuer hatten wir schnell aus“, so Uwe Schleich. Doch gibt es Verletzte. Neun Bewohner werden in der mobilen Beratungsstelle erfasst. Der Notarzt entscheidet über ihre weitere Behandlung. Bei allen, darunter ein Kleinkind, besteht der Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Sie werden in Krankenhäuser gebracht, sechs ins Perleberger, zwei nach Seehausen und eine Person nach Ludwigslust.

Die Brandursache ist schnell ausgemacht: Zwei Kinderwagen und gelbe Säcke brannten. „Vieles deutet auf vorsätzliche Brandstiftung hin“, so Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Ob das Feuer mit dem Brand von vier Containern an der Nummer 19 und 24 im Zusammenhang steht, werde untersucht. Denn bereits um 23.40 Uhr wurde die Perleberger Wehren in die Friedenstraße gerufen. Die Containerbrände waren gelöscht, die Kameraden auf dem Rückweg, da ereilte sie die Meldung vom Kellerbrand.

Nach dem Krankenhausaufenthalt können alle Mieter wieder in ihre Wohnungen. „Doch die Angst ist nach so einer Nacht da“, gesteht eine Mieterin aus dem Nachbaraufgang.

„Die Zusammenarbeit aller Wehren hat sehr gut geklappt“, sagt Karstädts Ortswehrführer Hartmut Gerloff. Er war zum Zeitpunkt der Unfallalarmierung mit seinen Kameraden bei einem Holzmietenbrand zwischen Strehlen und Dallmin. „Da dort auch Kameraden aus Dallmin und Kribbe im Einsatz waren, konnten wir zur Unfallstelle“, so Gerloff, der zugibt, dass „es eine harte Sache war, Rettungskameraden bergen zu müssen“.  

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erstellt am 25.Feb.2016 | 20:45 Uhr

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