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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 01:19 Uhr

Film über Kinderrechte : „Kamera läuft, Klappe und Action“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Politische Bildung mal anders: Elbtalschüler drehen kurzen Film über Kinderrechte / Werk wird bei einem Wettbewerb in Potsdam gezeigt

Anspannung im Flur der Elbtalschule: Das Kamerastativ ist positioniert, die Sprechtexte wurden nochmal durchgegangen. Dann kommt die Klappe zum Einsatz. Bei der dritten Aufnahme sind wieder einige Sekunden im Kasten. Viel Arbeit unter hoher Konzentration für die fünfte Klasse der Bad Wilsnacker Elbtalschule, denn unter der Überschrift Kinderrechte drehen sie einen Clip für ein Festival des Landesverbands Kinder- und Jugendfilm Berlin e.V. Unter fachkundiger Anleitung von Filmcoach Julie Roßkopf sowie Klassenlehrerin Ina Pleße und Religionslehrerin Karina Eckert wird gespielt und aufgenommen.

„Wir haben das Angebot eines Filmcoachings bereits im vergangenen Jahr bekommen, gegen Ende des Schuljahres war allerdings keine Zeit mehr dafür“, so Lehrerin Ina Pleße. Das Filmthema Kinderrechte wurde nun vier Wochen lang fächerübergreifend eingebunden und in Workshops vorbereitet. Filmbegriffe mussten erlernt und die Aufgaben am Set verteilt werden, ganz wie bei den großen Leinwandstars. Im Deutschunterricht spielten zudem Texte über Kinderrechte eine Rolle.

Die Schüler haben sich zusammen eine Story ausgedacht und den Film „Post für den Weihnachtsmann“ genannt. Es geht um das fiktive Mädchen Esther aus Bulgarien. Sie schickt eine Postkarte an den Weihnachtsmann, die nicht ankommt. Traurige Festtage stehen bevor. „Wir sind darauf gekommen, weil wir an der Aktion Weihnachten im Schuhkarton teilnehmen“, sagt Helene. Im Film ergreifen die Elbtalschüler dann die Gelegenheit beim Schopfe, nehmen den Brief zum Anlass, sogenannte Hoffnungspäckchen zu packen. Dafür backen sie gemeinsam Kekse, basteln Geschenke und bringen sie zum Postamt. Samantha erklärt die Botschaft so: „Es gibt Länder, in denen die Menschen nicht genug Geld haben.“ Darunter leiden besonders Kinder. Aber nicht nur die finanzielle Ohnmacht, auch die politische wird zum Thema, denn „Kinder können sich nicht so durchsetzen wie Erwachsene oder Politiker“, meint Helene. Der Film soll zeigen, dass „jedes Kind auf der Welt das gleiche Recht hat, zu spielen und glücklich zu sein“, findet Levi. Ortswechsel: Vom Flur geht es in den Klassenraum. Ein wenig Aufregung macht sich breit. „Denkt daran, euer Film läuft im Kino und wir arbeiten mit einem sehr empfindlichen Mikrophon. Wenn ihr beim Aufnehmen leise etwas sagt, dann hören die Zuschauer das auch“, macht Julie Roßkopf aufmerksam. Die erfahrene Filmemacherin, die gestern das Geschehen leitete, ist von der Vorbereitung der Schüler sehr angetan. „Die Zeit ist recht knapp bemessen. Aber die Kinder zeigen aus sich heraus eine hohe soziale Motivation, gehen mit viel Rechtsbewusstsein an ihre Aufgabe und bekommen durch den Dreh noch einmal soziale Kompetenzen vermittelt.“ Aber nicht nur das: Auch Zensuren gibt es am Ende für die praktische Umsetzung des Themas, verrät Lehrerin Ina Pleße.

Am 25. Januar soll das Ergebnis im Rahmen des Kinderrechtefestivals in Potsdam zusammen mit den Wettbewerbsfilmen aus anderen Schule präsentiert werden.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 05:00 Uhr

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