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Der Prignitzer

26. September 2016 | 03:56 Uhr

Schlechte Wasserqualität im Rudower See : Ist der Wasserstau im Moor zu gering?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die 2002 festgesetzte Einstauhöhe im Rambower Moor belastet auf Dauer den Rudower See / Leibniz-Institut überprüft Strömung

Ist eine zu geringe Wasserrückhaltung im Rambower Moor für die schlechte Wasserqualität des Rudower Sees verantwortlich? Diese Ursache wird in Vorbereitung auf den Runden Tisch zur Seerettung im November intensiver diskutiert. Das Problem, dass der Moorkörper über den Nausdorfer Kanal zuviel Nährstoffe an den Rudower See abgibt, ist bekannt, Algenblüten und Fischsterben gab es häufiger.

Aber wie kam die seit 2002 unveränderte Einstauhöhe, die das Wasser im Rambower Moor vielleicht nicht genügend zurückhält, zustande? „Es gab damals ein Planfeststellungsverfahren, an dem Landkreis, Landesbehörden und Anlieger beteiligt waren. Die Einstauhöhe war Bestandteil dieses Verfahrens. Es war eine Abwägungsentscheidung, damit auch die anliegenden Wiesenflächen noch nutzbar bleiben“, erklärt Falko Dietsch von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises.

Moor und See liegen zugleich im Gebiet des Biosphärenreservats Elbe Brandenburg. In der Reservatsverwaltung arbeitet man derzeit an einem Managementplan nach den EU-Richtlinien Flora-Fauna-Habitat (FFH), der als Entwurfsfassung vorliegt. Bis 2018 soll er die Grundlage für die Durchführung von Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen in den Lebensräumen innerhalb des FFH-Gebiets schaffen, so auch für das Rambower Moor.

Dr. Heike Ellner, Leiterin der Reservatsverwaltung in Rühstädt, gibt zu bedenken, dass in dem Naturschutzplan keine konkreten Zentimeterangaben für die weitere Einstauhöhe in Rambow empfohlen, sondern generelle Angaben gemacht werden, welcher Wasserstand nötig ist, um das Moor zu erhalten und den Pflanzenaufwuchs zu begrenzen. „Man hat mit dem Wasserstand über die Jahre auch seine Erfahrungen gesammelt. Wenn man sich einigen würde, dass man höher regulieren muss, wäre das auch eine Variante“, so Dr. Ellner. Jedoch sei die „Gemengelage zwischen Flächeneigentümern, dem Wasser- und Bodenverband, unterer Wasserbehörde und den Pächtern sehr komplex“, was eine Einigung nicht erleichtert. Die Anzahl der Gutachten und Projekte zu Rambower Moor und Rudower See, die bestimmt einhundert Aktenmeter ausmachen, zeigten aber, „dass man sich intensiv Gedanken macht.“ Durch das von den Uferbäumen einrieselnde Laub oder die landwirtschaftlich genutzten Felder ringsherum sei der erhöhte Nährstoffeintrag jedenfalls nicht zu erklären.

Aktuell nutzt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie Stecksonden, um die Durchströmrichtung des Rudower Sees zu überprüfen. Es habe sich gezeigt, dass der See eine Wasserhaltung von nur 1,5 Jahren hat. „Das ist ein total kurzer Zeitraum. In Seen hält sich normalerweise über viele Jahrzehnte das Wasser“, so Dr. Heike Ellner. Welche Konsequenzen für die Gewässerökologie dies hat, soll als wissenschaftlicher Sachstand zur Sitzung im November gebündelt aufbereitet werden.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 04:45 Uhr

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