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Der Prignitzer

09. Dezember 2016 | 18:24 Uhr

Perleberg Interkulturell : Integration über Gaumenkitzel

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Syrer, Afghanen, Iraner, Somalier – im CJD lernen sie Deutsch, nun wollten sie sich und ihre Küche vorstellen

Khaled ist 19 Jahre jung, Jehad hat bereits seinen 46. Geburtstag gefeiert und dessen Sohn Alua zählt 14 Lenze. Sie alle kommen aus Syrien. Seit einem Jahr und einem Monat leben sie in Perleberg. Hier lernen sie beim CJD die Sprache ihres neuen Zuhauses. Alua geht in die 8. Klasse der Friedrich-Gedike-Oberschule udn lernt dort Deutsch. Arzt wolle er ’mal werden oder Informatiklehrer oder aber Mathe unterrichten. Er habe einen Faible für Zahlen, Mathe sei außerdem leichter als Deutsch, so der 14-Jährige lachend. Fußball, aber noch mehr Basketball finde er toll und auch sonst gefalle ihm Deutschland sehr. Einzig, er hätte gern einen richtigen Freund, doch da hapert es eben noch mit der Verständigung. Aber Helga Scherfke ist sich sicher: „Alua wird schnell auch neue Freunde finden.“ Sie unterrichtet die Neu-Perleberger, hilft ihnen aber auch, im Alltag zurechtzukommen. Etliches wäre jedoch einfacher, wenn jeder einen Paten zur Seite hätte, ist sie sich sicher. Denn es sei vieles, was sie lernen müssen, nicht nur die Sprache.

Khaled beherrscht Deutsch bereits recht gut, er übernimmt oftmals schon die Rolle des Übersetzers. Eine Ausbildung zum Krankenpfleger möchte er gern machen, vor allem aber in Deutschland bleiben. Zwei Jahre war er zuvor in der Türkei, habe dort gearbeitet, um zu überleben. Deutschland ist das erste Land, wo er finanziell abgesichert sei und lernen könne. Zuerst natürlich die Sprache. Und dafür sei er dankbar.

Schneider ist Jehad von Beruf und in diesen möchte er auch arbeiten. Eine elektrische Nähmaschine, „die auch Jeansstoff schafft“, das ist sein Traum. „Vielleicht finden wir jemanden, der helfen kann“, fügt Helga Scherfke an.

Derweil wird es immer enger auf dem Flur und in der Cafeteria des CJD in der Reetzer Straße. Zum Integrationsfest haben sie eingeladen. Und die rund 30 Männer und Frauen, die hier bzw. im Mehrgenerationenhaus Deutschkurse besuchen, haben so Einiges dafür aufgefahren. Der Flur ähnelt an diesem Tag einem kleinen Basar. Handeln ist hier angesagt und macht den Besuchern sichtlich Spaß. In der Cafeteria hingegen läuft einem das Wasser im Munde zusammen beim Anblick der vielen Köstlichkeiten. Fünf Tage hat Gada (35) gebacken. Sie kommt ebenfalls aus Syrien und kocht nicht nur gut, sondern auch sehr gerne, verrät sie. Köchin, das würde sie am liebsten auch beruflich machen, „oder Kindergärtnerin“. In Deutschland sei einfach alles schön, denn „ich bin frei“. Zu einem kulinarischen Exkurs durch Afghanistan, Syrien, Somalia und dem Irak haben sie eingeladen – Integration, die auf der Zunge zergeht, bringt es Simone Miksch, Dozentin beim CJD, auf den Punkt.

 

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erstellt am 23.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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