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Der Prignitzer

30. September 2016 | 22:18 Uhr

Rosenhagener diskutieren : Im Schneckentempo ins Internet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hat Rosenhagen eher einen neuen Kirchturm als schnelles Internet? Erstes steht unter gutem Stern, hinter Letztem steht ein Fragezeichen

Bis Spiegelhagen funktioniert die Versorgung mit schnellem Internet – die Rosenhagener hingegen fühlen sich in dieser Hinsicht noch ins Tal der Ahnungslosen versetzt. Sechs Megabit, so die derzeit ausgewiesene Datengeschwindigkeit, „doch nicht mal die erreichen wir“, fügt Lutz Weingart an.

Auf der Einwohnerversammlung war die Internetversorgung im Dorf so auch das Thema. Gelinde gesagt mit Unverständnis reagierten die Einwohner darauf, dass der im Landkreis Zuständige für die Internetversorgung auf die Einladung nach Rosenhagen mit einer Absage und stattdessen einer Mail reagierte. In letzterer tat er kund, dass der Landkreis in der 36. Kalenderwoche einem Büro den Auftrag erteilt habe, bis Dezember alle förderfähigen, sprich unterversorgten, Gebiete festzustellen. Für jene sollen dann nochmal Fördermittel beantragt werden, um sie entsprechend aufzurüsten. „Wir haben Rosenhagen komplett als Ortsteil gemeldet“, so Bürgermeisterin Annett Jura.

Auch die Telekom sah sich nicht in der Pflicht, den Rosenhagenern Rede und Antwort zu stehen. Ihr Argument: Für sie sei der Auftrag abgeschlossen, der Verteilerkasten wurde entsprechend aufgerüstet.

Weitaus positiver lässt sich da das Kirchturmprojekt an, nicht zuletzt dank des Engagements der Kirchgemeinde vor allem in persona von Anne Petrick. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Storchenland Prignitz hat die Förderfähigkeit ihres Turmprojekts bestätigt. „Damit haben wir die erste Hürde genommen“, so Anne Petrick. Möglich wurde das aber auch nur, weil alle an einem Strang ziehen. „Wir haben das kirchliche Bauamt Berlin-Brandenburg mit im Boot, wichtig wenn es um die Finanzierung geht. Denn 25 Prozent Kosten müssen wir aus Eigenmitteln bestreiten.“

Der Turm, in den 1970er Jahren wegen Baufälligkeit abgetragen, soll in seiner historischen Geometrie wiederentstehen. Der Stumpf aus Feldsteinen wird faktisch das Erdgeschoss mit Toilette und kleiner Teeküche. Von hier aus gelangt man über eine Treppe in einen knapp 50 Quadratmeter großen Raum, wo dann Veranstaltungen, Ausstellungen und auch die Winterkirche stattfinden sollen. Der hölzerne Aufbau, mit Fenstern an den Ecken, wird von einer achteckigen, mit Schiefer gedeckten Turmspitze abgedeckt, erläuterte Anne Petrick den Rosenhagenern kurz das Vorhaben.

Bauamtsleiter Hagen Boddin versicherte an diesem Abend, dass die Stadt mit der gemeindlichen Stellungnahme das Projekt unterstützen werde. Im engen Miteinander von Stadt und der engagierten Kirchgemeinde sieht auch die Bürgermeisterin ein Pfund, mit dem man wuchern wolle. Ein entsprechendes Unterstützerschreiben wolle man mit auf den Weg nach Neuruppin schicken ins Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, das die Fördermittel bewilligt.

Nicht so aussichtsreich gestaltet sich bis dato das Thema Dorfstraße. „Die steht offensichtlich unter Denkmalschutz.“ Die Ironie in den Worten von Ortsvorsteherin Sonja Franke und ihrem Mann ist unüberhörbar. Die Stadt selbst kann da wenig ausrichten, handelt es sich doch um eine Landesstraße. „Aber wir werden auch weiterhin jede Gelegenheit nutzen, um den schlechten Zustand der Straße anzusprechen“, betonte die Bürgermeisterin.  

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erstellt am 23.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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