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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 14:39 Uhr

Perleberger Caterer : Ideen für gesunde Schülerkost

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Perleberger Caterer entwickelt Vorschläge für mehr regionale Zutaten und ausgewogene Gerichte – Landesregierung entscheidet 2017

Brandenburgs Landesregierung will 2017 Schritte für eine bessere Qualität des Schulessens beschließen. Ideen und Anregungen dazu bringt auch das Perleberger Unternehmen Vormark Kochkultur GmbH in Rahmen der Brandenburger Tafelrunde ein. Zu ihr haben sich ausgewählten Caterer, Träger, Lieferanten, Schulvertreter und Politiker zusammengefunden.

„Wir arbeiten als Cateringfirma mit der Deutschen Gesellschaft für gesunde Ernährung zusammen und sind auf diesem Weg in die Brandenburger Tafelrunde berufen worden“, sagte Inhaber Roy Hartung. Er setzt sich in dem Gremium für den Einsatz regionaler Produkte, gesundes und hochwertiges Essen ein. Dabei soll nach seinen Vorstellungen gemäß der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für gesunde Ernährung gekocht werden. Dafür benötigen die Caterer aber eine entsprechende Zertifizierung, durch die einige Kosten entstehen. Daher soll die Landesregierung über eine entsprechende Förderung dieser qualitätsverbessernden Maßnahme nachdenken.

Für viel Obst und Gemüse sowie regionale Produkte gibt es in der Brandenburger Tafelrunde viel Zustimmung. Roy Hartung verweist aber auch darauf, dass der Einsatz solcher Produkte mit einem erhöhten Aufwand für das Waschen und Schälen sowie die Zubereitung verbunden sei. Und nicht jeder Caterer habe Zugang zu Schäl- und Schneidelinien. Insgesamt stiegen mit regionalen Produkten die Kosten, so der Inhaber der Vormark Kochkultur. Das sei besonders in der Prignitz ein Problem angesichts der im Landesvergleich zu den niedrigsten gehörenden Essenentgelten.

Die Einführung gesunder Gerichte soll von Schulen und Lehrern begleitet, möglichst auch die Eltern einbezogen werden. „Viele Schüler kennen solche Gerichte, beispielsweise mit Vollkornnudeln, nicht aus ihren Familien. Da dauert es etwas, bis sie sich daran gewöhnt haben. Studien besagen, dass man ein solches Gericht acht Mal gegessen haben muss, um Geschmack daran zu finden“, erläutert Hartung.

Um Schüler an gesunde Gerichte heranzuführen, aber auch das Personal der Caterer, Küchenbetriebe und Zulieferer weiterzubilden, hält er den Aufbau und die Weiterführung regionaler Lehrküchen für wünschenswert. Insgesamt plädiert die Brandenburger Tafel dafür, regionale Küchenstandorte im ländlichen Raum zu sichern. Gerade in diesem Bereich würden viele Kinder und Jugendliche durch kleine und mittlere Produktionsküchen versorgt. Lehrküchen, Qualifizierung von Fachkräften und Einbeziehung der Lehrer und Schüler werde ohne die Bereitstellung von Mitteln durch das Land kaum möglich sein, konstatierte Hartung. Das gelte auch für Bemühungen um Angebote für regionales Obst und Gemüse sowie Milch in den Pausen.

Beraten wird auch über Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle des Schüleressens, dessen Verankerung in den Einrichtungen, das Zusammenwirken aller Beteiligten und den Aufbau verlässlicher Partnerschaften. Dazu zählen die Integration gesunder Ernährung in die pädagogischen Konzepte sowie begleitende Schulprojekte zu diesem Themenkreis. Auch Fördermaßnahmen, Anschubfinanzierungen oder dauerhafte Unterstützung durch das Land oder andere Gremien werden diskutiert.

Im November werden die Arbeitskreise ihre Vorschläge und Ideen zu einer gemeinsamen Empfehlung an die Landesregierung unter dem Motto „Qualität auf dem Teller“ zusammenführen. Dabei werden sie auch bestehende Probleme ansprechen. Auf dieser Grundlage sollen 2017 Entscheidungen in den Ressorts der Landesregierung hinsichtlich der „Qualitätsoffensive Schulverpflegung Brandenburg“ getroffen werden. Landesweit produzieren mehr als 100 Küchen täglich insgesamt etwa 120 000 Portionen Schulessen für rund 900 Bildungsstätten und Horte.

 

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erstellt am 01.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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