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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 07:40 Uhr

170 Jahre Eisenbahn in Wittenberge : Großer Bahnhof für den Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schau zum 170. Geburtstag des Hauses im Stadtmuseum am Sonnabend eröffnet

Mit einem kräftigen Pfiff aus einer Trillerpfeife hat Bürgermeister Dr. Oliver Hermann die Ausstellung zu 170 Jahren Bahnhof Wittenberge im Stadtmuseum eröffnet. Zuvor berichtete er, dass die Gespräche zur Zukunft des Gebäudes vorankämen. „Im kommenden Jahr wird es zu 80 bis 90 Prozent Veränderungen geben“, sagte er und hüllte sich bei Details in Schweigen. „Zu gegebener Zeit werden wir als Stadt konkretere Informationen herausgeben.“

Die Gäste der Eröffnung drängten sich am Sonnabend in dem nur knapp 50 Quadratmeter großen Ausstellungsraum. „Es ist klar, dass wir nicht die gesamte Historie des Bahnhofs abbilden können“, sagte Museumschefin Birka Stövesandt schon fast entschuldigend. Die Organisatoren von Museum und der Traditionsgemeinschaft Deutsche Reichsbahn Wittenberge um Mario Sembritzki hatten die Herausforderung zu meistern, auf wenig Raum möglichst viele Besonderheiten zu bieten. Dazu zählen neben den historischen Uniformen auch zahlreiche Orden – und ein wieder funktionstüchtiges Morsegerät. An dem versuchte sich auch Besucher Günter Neumann. „Ich kenne noch einige Buchstaben von der Ausbildung bei der Armee“, berichtet er und lobt die Schau. „Es ist eine schöne Sache, dass man das macht.“

170 Jahre Bahnhofsgeschichte bedeuten mehr als nur Statistiken und Jahreszahlen. Das Gebäude und sein Umfeld sind auch eng verbunden mit den Menschen, die dort arbeiteten – wie Dr. Eberhard Brückner. Er reiste extra aus Dresden an, natürlich mit der Bahn. 1962 absolvierte er am hiesigen Bahnhof seine Ausbildung als Anwärter des Höheren Dienstes. „Mit 24 übernahm ich dann den Bahnhof Pritzwalk, war für 125 Eisenbahner verantwortlich“, erzählt der heute 78-Jährige. 1964 kam er nach Wittenberge und war nun Chef von 629 Mitarbeitern. „Ich habe also vor genau 50 Jahren hier als Vorsteher gearbeitet“, schildert der geborene Quedlinburger sein persönliches Jubiläum.

Darüber wie es ist, als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten, kann Renate Fölsch berichten. Sie war Präsidentin des Reichsbahndirektionsbezirks Schwerin, was heute einer Konzernbeauftragten für eine Region entspräche. Zehn Bahnhöfe gehörten zu ihrem Gebiet. Ihr größtes Projekt war die Streckenelektrifizierung für 175 Millionen DDR-Mark. „Ich wurde von den Kollegen als Frau nie herabgewürdigt“, erinnert sie sich. Natürlich musste sie in ihrem Beruf gut sein. „Ich habe alles von der Pike auf gelernt und es geschafft, möglichst wenig Fehler zu machen.“ So erarbeitete sie sich den Respekt der männlichen Kollegen.

 

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erstellt am 23.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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