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Gemeinden in der Prignitz

04. Dezember 2016 | 15:15 Uhr

Wir in Cumlosen : Tischler mit Leib und Seele

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Andreas und Jens Jirjahn führen Familienbetrieb in vierter Generation

Für Andreas Jirjahn aus Cumlosen gibt es keinen vielseitigeren Handwerksberuf, als den des Tischlers. „Am Band oder in der Halle, jeden Tag das Gleiche zu machen, monotone Arbeit also, das ist nichts für mich. Ich mag es lieber abwechslungsreich“, sagt der 44-Jährige und gibt gleich einen kurzen Einblick in seinen Arbeitsalltag. „Letzte Woche haben wir noch Parkett geschliffen und Grundierung gemacht. Jetzt sind Fenster- und Türenmontagen dran. Dann hast du wieder mal eine Haustür aufzuarbeiten oder muss ein Carport aufgebaut werden. Und so geht das immer weiter. Wir arbeiten mit allem, was nach Holz riecht“, erzählt der Tischlermeister, der seine Lehrausbildung einst im VEB Fertighausbau Wittenberge absolvierte, schmunzelnd.

Seit mittlerweile 125 Jahren und bereits in der vierten Generation ist das Tischlerhandwerk bei den Jirjahns ansässig. Die Geschichte des Familienbetriebes reicht bis ins Jahr 1891 zurück. Damals gründete Ur-Großvater Otto, der gelernte Stellmacher, seine eigene Wagnerei, die anschließend von Sohn Arthur übernommen wurde. Nachdem dessen Sohn Eberhard sich nach Jahren als Angestellter im VEB Fertighausbau und nach dessen Abwicklung im Jahr 1991 selbstständig gemacht hatte, baute er die Tischlerei aus und erweiterte den Maschinenpark Jahr für Jahr um ein weiteres Exemplar. 1993 stiegen auch die Söhne Andreas und der drei Jahre ältere Jens in den Familienbetrieb mit ein. Und 2004 übernahm dann Andreas die Geschäftsführung der Tischlerei und Stellmacherei. „Wir sind ja mit der Werkstatt schon groß geworden“, blicken die Brüder auf ihre Kindheit zurück.

Arbeit gibt es für die Jirjahns derzeit zur Genüge, die Auftragsbücher sind voll. „Wir können uns nicht beschweren“, sagt Andreas Jirjahn und erntet ein Kopfnicken von seinem Bruder. Oft arbeiten die beiden mit der Denkmalpflege zusammen. „Alte Sachen wieder aufzuarbeiten, das ist immer interessant und manchmal auch knifflig. Die Arbeit ist nicht so von der Stange, wie bei einem Hausneubau“, erzählt Andreas Jirjahn.

Viel Zeit und handwerkliches Geschick haben die Brüder in den letzten Jahren auch bei der Sanierung des Burgensembles in Lenzen investiert. „Hier kann man im Dunkeln überall das Licht ausmachen und wir würden uns trotzdem zurecht finden“, grinst Andreas. Als bisher wohl größte Herausforderung stellte sich für die Brüder die Sanierung der Wendeltreppe im Burgturm heraus, die die Jirjahns vor Ort komplett in ihre Einzelteile zerlegten, in ihrer Werkstatt aufarbeiteten, um sie dann wieder an ihrem alten Platz zu installierten. „Die einzelnen Elemente von oben herunterlassen und so, das war schon nicht einfach. Es musste ja auch alles heil bleiben. So eine Arbeit hat man wohl nur einmal im Leben.“

Doch die Brüder sind nicht nur in der Region unterwegs, sondern oftmals auch auf Montage im Berliner oder Hamburger Raum. „Zuletzt waren wir auch längere Zeit im Spreewald, haben hier ein Ferienhaus saniert“, berichtet der Cumlosener Tischlermeister und erneuert noch einmal die Aussage zur Vielseitigkeit seines Berufes. „Ich mag es abwechslungsreich.“

 

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erstellt am 20.Okt.2016 | 14:00 Uhr

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