zur Navigation springen

Der Prignitzer

07. Dezember 2016 | 21:20 Uhr

Perleberger Museumsnacht : Geheimnisse der Heimat entdeckt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

9. Perleberger Museumsnacht führt Besuchern die Geschichte der Prignitz vor Augen / Großbrand als verbindendes Element

Zur Eröffnung der 9. Auflage der Perleberger Museumsnacht wünschte Bürgermeisterin Annett Jura den Gästen vor allem eines: „wunderbare Entdeckungen“. Und egal ob im Perleberger Oldtimer- und Technikmuseum, im Stadt- und Regionalmuseum im Rathaus oder der Pfarrkirche St. Jacobi, überall stießen die Besucher zu später Stunde auf Unbekanntes.

„Die Erinnerung an den großen Kirchturmbrand vor 100 Jahren zieht sich etwas durch die gesamte Nacht, deshalb sind wir auch heute in der Kirche etwas mehr Museum“, so Pastorin Verena Mittermaier. Aus diesem Grunde beherbergt der Vorraum der Kirche nun auch eine kleine Ausstellung, genauer gesagt eine Vitrine, in denen bisher kaum gezeigte Exponate ausgestellt und erklärt werden. „Es sind alles wertvolle Stücke, da nur wenige Dinge aus der Zeit des letzten verheerenden Großbrandes in Perleberg erhalten sind. Zum Beispiel haben wir eines der wenigen Bilder kolorieren lassen und zeigen Fragmente eines Ohres der Katherinenglocke“, so der Vorsitzende des Fördervereins Kirchturmspitze, Herbert Dreifke.

Im Stadtmuseum griff Museumsleiter Frank Riedel den Faden auf und führte die Gäste in den Museumshof, in dem die beschädigte Kirchturmspitze steht. Doch blieb dieser Fakt auch hier nur ein Teilaspekt. Neben der Geschichte der Stadt und Region stand vor allem die aktuelle Ausstellung „Sagenhafte Steinkreuze“ im Mittelpunkt der Ausführungen. Und viele beschäftigte die Frage, warum es diese nicht in der Prignitz gibt. „Es gibt einige solcher Sühnekreuze in Wittstock und einen Sühnevertrag auch in Perleberg. Warum diese in der Prignitz fehlen, darüber rätselt die Wissenschaft“, erklärte Museumsleiter Riedel.

Weniger rätselhaft, dafür umso glänzender ging es im Oldtimer- und Technikmuseum zu. Vor allem viele Männer kamen zwischen den Motorrädern und Pkws ins Schwärmen und Fachsimpeln. „Ich bin zum ersten Mal bei der Museumsnacht dabei und werde versuchen, mir alle Stationen anzusehen, aber das hier interessiert mich besonders“, erzählt Andreas Schröder, während er neben einigen DDR-Fahrzeugen steht. Vor allem die Simson Mopeds haben es dem Sarnower angetan: „Ich habe die selbe Sammelleidenschaft und restauriere auch, hier kann man sich Anregungen holen, austauschen und dann weiterziehen.“

Doch führte es ihn erst einmal nur wenige Meter weiter, wo der Film über Perleberg viel Besucher in seinen Bann zog. Und auch hier waren zuerst einmal Motorräder zu sehen, genauer gesagt ein D-Rad, das ebenfalls im Museum steht und Josef Gareis gehört. „Da haben wir vor etwa 26 Jahren den Motor gewechselt, Zwei Stunden wurde das gefilmt und ich wunder mich noch heute, wie beweglich ich da noch war“, erzählt Gareis lächelnd. „Die verschiedenen Sequenzen aus der Perleberger Geschichte stammen aus dem Nachlass des Filmemachers Horst Katzke und vor allem die Bilder der 750-Jahrfeier Perlebergs sind tolle Erinnerungen für viele, da sie selbst involviert waren“, so Vereinsmitglied Torsten Müller. Und genau darum ging es auch an diesem Abend: eigene Erinnerungen und die Geschichte der Region wiederzuentdecken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen