zur Navigation springen

Der Prignitzer

04. Dezember 2016 | 02:55 Uhr

Traditionsmarkt : Fest rund um die Knolle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Besucher des Kartoffelmarktes trotzten dem Wetter und genossen das Angebot an Gebratenem, Gekochtem und Gesottenem

Acht Wochen Sonne und trockenes Wetter – ausgerechnet zum Perleberger Kartoffelmarkt kommt dann der langersehnte Regen. „Bis Sonntag hätte Petrus damit ja noch warten können“, fügt Marktbetreiber Bernd Gellesch schmunzelnd an, wohlwissend, dass an dem Wetter niemand drehen kann. „Das ist auch gut so“, findet Horst Hentschel. Außerdem sei er nicht aus Zucker und es gebe Zelte mit Tischen und Bänken, in denen man genüsslich Mittag essen könne. Für ihn war Kartoffelsuppe an diesem Tag ein Muss. „Und die hat wieder hervorragend geschmeckt.“

Nora (8) hingegen haben es die Tiere auf dem Platz angetan – Enten, Ziegen, Ponys und zwei schwarze Schweine. So was sehe man sonst nicht auf dem Großen Markt, erzählt die Kleine ganz fasziniert. Familie Dannehl hat sich aus Karstädt auf den Weg gemacht. Sie vermisse aber kleine Wettbewerbe, wie Kartoffelschälen oder das Wettessen. „Ich habe dabei mal 200 Mark gewonnen“, erzählt Walter Dannehl. Doch die Backkartoffeln am Stand der Agrargenossenschaft Quitzow seien lecker, betont seine Frau. An die 300 besonders große Exemplare, natürlich aus eigenem Anbau, haben die Quitzower vorbereitet, um sie mit Sour Cream zu servieren. Jene munden sogar der jungen Generation, wie Virginia Philipp aus Düpow und Jan Kaminski aus Dannenwalde bestätigen. Übrigens, der Erlös aus dem Verkauf der Kartoffelkreation geht ans Freizeitzentrum „Effi“, berichtet Edwin Grönboldt, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft. Derweil will auch Erika Haverland mal probieren, was da auf den guten sandigen Böden herangewachsen ist. Sie komme aus Hagen in Westfalen. In Breese haben sie einen Hof. Aus dem „Prignitzer“ erfuhr sie, dass Sonnabend Kartoffelmarkt sei. „Und da bin ich“, sagt sie. Der Markt sei ganz nett, ihr gefiele er.

Auf Kartoffelpuffer schwört hingegen Gerhard Gundske. „Die besten gibt es an Frankes Stand“, rührt er die Werbetrommel. Detlef Franke bestätigt sodann auch, dass deren Zubereitung schon ein kleines Geheimnis sei. Nur so viel verrät er: Neben Kartoffeln kommen auch Zwiebeln an den Teig und „natürlich noch so manches mehr“. Etliche Kannen Teig habe er vorbereitet und deutet auf die riesigen Milchkannen, wie sie früher auf den Milchböcken zur Abholung standen.

Kurzum, für jeden Geschmack dürfte eigentlich was dabei gewesen sein. Allerdings hätten sich die Anbieter natürlich über noch mehr hungrige Mäuler gefreut. Doch das Wetter forderte da wohl seinen Tribut. Als gelungen empfanden viele Besucher das Angebot für den Nachwuchs. „Der Minitiergarten auf dem Marktplatz ist schon toll“, findet auch Mathias Wetzel, der ganz in Familie kam.

Nicht geklappt hat es wieder mit der Kartoffelkönigin oder einem Prinzen. „Keiner traut sich hier“, so etwas enttäuscht Bernd Gellesch. Und enttäuscht sei er auch, dass keiner der Vereine, die er alle angeschrieben habe, das Angebot annahm, sich zu präsentieren. Kostenlos, versteht sich. Die Hoffnung hat er aber nicht aufgegeben: Vielleicht klappt es im nächsten Jahr - mit einer Kartoffelhoheit und Schau der Vereine. 

zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen