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Der Prignitzer

29. März 2017 | 01:34 Uhr

Niedrige Milchpreise belasten Prignitzer Landwirte : Es bleibt bei Mais und Getreide

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ab nächste Woche herrscht Volldampf bei der Frühjahrsbestellung. Die Vorbereitungen sind längt angelaufen.

Noch schwächelt der Frühling etwas, aber die Vorbereitungen für die Frühjahrsbestellung sind längst angelaufen. Stalldung, Gülle und Mineraldünger werden ausgebracht, unter anderem auf Flächen, die für Mais und Kartoffeln vorgesehen sind. Daneben wird bereits Grünland geschleppt und dort die Grassaat ergänzt. Hinzu kommen Pflegemaßnahmen. Auf einigen Feldern hatte Nässe den Start der Arbeiten behindert, größere Probleme gab es bisher jedoch nicht.

Die eigentliche Frühjahrsbestellung wird voraussichtlich Anfang kommender Woche starten. Bei den angebauten Kulturen wird sich gegenüber dem Vorjahr, als das schwache Preisniveau den Bauern die Bilanzen verhagelte, kaum etwas ändern. „Es gibt keine Alternativen“, sagt Lothar Pawlowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Prignitz. „Wir hoffen aber auf bessere Preise.“ Ob diese tatsächlich erreicht werden, lasse sich aber noch nicht sagen. „Entscheidend dafür sind nicht die Prignitz oder Deutschland, nicht einmal die EU. Die Preise werden heute ausschließlich auf dem Weltmarkt gemacht. Das schlägt sich beispielsweise in niedrigen Erlösen für Brotgetreide nieder, bei dem wir mit Produzenten wie den USA, Russland, der Ukraine und Brasilien konkurrieren“, erläutert Lothar Pawlowski.

Seine Karstädter Agrargenossenschaft bereitet gerade den Anbau von Sommergetreide sowie erstmals von Lupine auf 80 Hektar vor. Diese soll zur neuen Eiweißquelle für die Milchproduktion werden. „Wir wollen damit Sojaschrot, der zumeist aus den USA importiert wird, ersetzen. Dabei geht es vor allem um Milchlieferungen an Hansano für Milch und verarbeitete Produkte, die aus gentechnikfreiem Futter stammen sollen. Das lässt sich bei amerikanischem Importsoja aber nicht ausschließen“, erklärt Pawlowski. Zudem wird auch Rapsschrot als Eiweiß- und Kraftfutter für Rinder genutzt.

Auch nach dem Auslaufen der Quotenregelung wollen die Karstädter weiterhin Zuckerrüben anbauen, die zu einem erheblichen Teil an Nordzucker geliefert werden. Ab diesem Jahr ist das nur noch Aktionären von Nordzucker und Agrarbetrieben aus einem Umkreis von 100 Kilometern um die Zuckerfabrik Uelzen möglich. Mehrere Prignitzer Agrarbetriebe wollen diese Andienungsoptionen nutzen. Zudem wird die Biogasanlage in Wolfshagen beliefert. „Das Verfahren ist mit dem Waschen der Zuckerrüben und dem Zerkleinern zwar aufwendig, aber wir beherrschen es und nutzen die Absatzmöglichkeit“, so Pawlowski.

Denn die Situation der Landwirtschaftsbetriebe ist weiter schwierig. Derzeit erhalten sie 33 Cent pro Liter Milch, etwas mehr als in großen Teilen des Jahres 2016. Als kostendeckend gelten aber Preise von 35 bis 40 Cent je Liter. Um investieren zu können, werden noch höhere Preise benötigt.

„Strukturell wird sich in der Prignitz im Anbau wenig ändern“, konstatiert Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes. „Dem stehen neben den Marktbedingungen auch die Bodenverhältnisse entgegen.“ Getreide und Mais bleiben die Hauptanbaukulturen, Grünland wird um etwa 1000 Hektar ausgeweitet. Daneben werden Zuckerrüben und von einigen Betrieben Kartoffeln produziert. Die Zahl der Betriebe sei stabil, so Christina Stettin. Verändern könnte sich aber bei einigen Feldern der Anblick. Prignitzer Agrarbetriebe wollen sich mit Randflächen am Blühsträucherprogramm des Brandenburger Landesbauernverbandes beteiligen.

 

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erstellt am 15.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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