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Der Prignitzer

31. Mai 2016 | 12:03 Uhr

Elbeverbindung : Erster Testlauf nach sieben Jahren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wer am Sonntag mit der Solarfähre über die Elbe wollte, musste sich auf längere Wartezeiten einstellen, so groß war der Andrang

Dicke Wolken zogen am Sonntag über die Prignitz. Hier und da fielen sogar ein paar Tropfen und so richtig wollte sich die Sonne nicht zeigen. Nicht die besten Voraussetzungen für die Initiative Solarfähre Elbe. Diese veranstaltete nämlich an eben diesem Tag ihren ersten Testlauf für eine Solarfähr-Verbindung über die Elbe zwischen Rühstädt auf der Prignitzer und Schönberg auf der Altmark-Seite. Die Idee dazu besteht laut der Initiative bereits seit sieben Jahren.

„Das ist halt ein Schönwetterboot“, meint der Lenzener Bürgermeister Christian Steinkopf, der sein privates Solarboot zur Verfügung stellte. Mit diesem ist er normalerweise auf dem Rudower See unterwegs. Um die 1,8 Kilometer am Sonntag von der einen Anlegestelle zur anderen zu überbrücken, musste ein lauter Elektromotor aushelfen. „Der reicht für zwei Stunden. Dann ist Feierabend“, bedauert Steinkopf.

Dabei sollte doch gerade das stille Dahingleiten eines Solarboots an diesem Tag demonstriert werden. Immerhin führt die Strecke auch entlang des Biosphärenreservats. Vögel und andere Tiere würden auf diese Weise nicht gestört werden. „Direkt gegenüber von Schönberg auf der Prignitzseite ist Naturschutzgebiet. Dass wir da anlegen, ist leider nicht gewollt. Für die andere Strecke reicht ein Solarboot wie dieses nicht aus. Da müsste ein anderes her“, erklärt Steinkopf, der gelernter Fischer ist.

Gerald Neu, Ordnungsamtsleiter Amt Bad Wilsnack/Weisen träumt gar von einem Boot, auf dem zwölf Fahrräder Platz haben. „Das muss natürlich mit dem Landkreis und dem Biosphärenreservat abgestimmt werden.“ Doch genau da gibt es noch Probleme. Bisher konnte kein Betreiber gefunden werden. Die Kosten und deren Finanzierung sind noch unklar. Der Test sollte erstmals zeigen, ob sich die Fähre wirtschaftlich trägt.

Trotz des vernieselten Wetters war der Andrang groß. Auf beiden Seiten warteten Einheimische und Besucher zu Fuß oder mit dem Fahrrad, um auf die andere Seite übergesetzt zu werden. Um die langen Wartezeiten zu überbrücken, gab es Verpflegung. Besonders für die Fahrrad-Touristen in Rühstädt und Umgebung wäre die Fährverbindung interessant. Bisher können diese nur über Wittenberge oder Havelberg die Elbe überqueren. Eine Rundfahrt beträgt 80 Kilometer. Durch eine Fähre an besagter Stelle könnte die Länge auf etwa 40 Kilometer re verkürzt werden.

 

 

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erstellt am 04.Aug.2014 | 22:00 Uhr

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