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Der Prignitzer

10. Dezember 2016 | 09:55 Uhr

Replik für Jedermann : Ein Schatz an Ihrem Finger

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landkreis verkauft hochwertige Replik des Meyenburger Dreikönigsrings aus dem 14. Jahrhundert

In der Geschichte und der Mythologie nehmen Ringe eine besondere Stellung ein. Sie sind mehr als ein Schmuckstück, stehen oft für Macht und Magie. Denken Sie nur an Tolkiens Erzählung „Herr der Ringe“. Die Prignitz hat jetzt einen eigenen Ring, der eine kaum weniger spannende Geschichte erzählt und schon am Montag könnte er Ihren Finger zieren: Der Landkreis ließ ein Replik des Dreikönigsrings aus Meyenburg anfertigen.

Das Original stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde bei Ausgrabungen im Schloss 2004 gefunden. Direkt danach kam er ins Archäologische Landesmuseum im Paulikloster und fristet dort ein eher unscheinbares Dasein in einer Vitrine.

Gedankenspiele von Edelgard Schimko und Ortrud Effenberger holten den Ring letztlich zurück in die Prignitz. Die Geschäftsbereichsleiterin und ihre Kollegin, Sachbereichsleiterin Denkmalschutz, suchten ein außergewöhnliches Souvenir. „Es sollte eine Geschichte erzählen, an schöne Tage in der Prignitz erinnern“, sagt Edelgard Schimko. „Wir wollten etwas Besonderes“, ergänzt Ortrud Effenberger. Die Idee von einem Replik des Rings war geboren, doch ihre Umsetzung ein Hürdenlauf.

Die Archäologen lehnten das Vorhaben auch nach mehreren Gesprächen ab. Sie wollten keine Repliken. „Erst als die damalige Kulturministerin Johanna Wanka 2009 ein Machtwort sprach, war die Sache entschieden“, blickt Edelgard Schimko zurück. Seitdem hätten auch die Archäologen ihren Widerstand aufgegeben und das Projekt begleitet.

Alle folgenden Arbeitsschritte summieren sich zu Stunden, Tagen und Wochen. In reine Arbeitszeit lasse es sich gar nicht umrechnen, meint Effenberger. „Da steckt ganz viel Herzblut und persönliches Engagement drin“, sagen die Frauen, die beide zugeben, ein Faible für Schmuck zu haben.

Mit die größte Herausforderung war es, einen Goldschmied zu finden, der sein Handwerk meisterlich beherrscht. Der Ring hat eine Inschrift in gotischer Majuskel: „+Jaspar+Baltazar+Melchior“. Die Namen der Drei Heiligen Könige verleihen ihm einen besonderen Zauber, machen ihn fast einzigartig. „Sie stehen für den Dreikönigskult im späten Mittelalter und es gibt nur ganz wenige bekannte Exemplare mit so einer Inschrift“, sagt Ortrud Effenberger.

Sein Träger muss Burgherr oder eine wohlhabende Persönlichkeit gewesen sein, zum Beispiel der Meyenburger Herrscher oder ein Gast auf der Durchreise. Die Heiligen Könige galten als oberste Reichsheilige, sollten Pilger und Reisende vor Unheil bewahren.

In Leipzig fand sich mit Sebastian Zenner ein Goldschmiedemeister, der die Original-Schriftzüge in die Replik eingravieren konnte. „Die Replik steht ihrem Original hinsichtlich handwerklicher Ausführung, edlem Material und positiver Ausstrahlung in nichts nach“, sagen Schimko und Effenberger. Sie haben sich für 333er Gold – 8 Karat entschieden. Den Ring gibt es in den Größen 54 bis 57. Er kann ab Montag im Sachbereich Denkmalpflege telefonisch unter 03876/713244 erworben werden. Der Preis beträgt 125 Euro.

Mittelfristig soll er auch an touristischen Plätzen verkauft werden. Burg Lenzen, Schloss Wolfshagen, Schloss Meyenburg und weitere sind im Gespräch. Auch im Paulikloster gibt es in Sichtweite des Originals die Replik zu kaufen. „Es ist übrigens brandenburgweit die erste Replik eines archäologischen Funds“, betont Ortrud Effenberger.  

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erstellt am 04.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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