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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 03:20 Uhr

Botschafterin kommt : Ein Plausch mit Ihrer Exzellenz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Hoeck-Stiftung und unsere Zeitung laden in den Diplomatischen Salon ein. Sloweniens Botschafterin Marta Kos Marko kommt

Willkommen im Diplomatischen Salon. Die Hoeck-Stiftung und unsere Zeitung laden zu Gesprächsrunden mit Botschaftern ein. Den Auftakt macht am 2. November Sloweniens Botschafterin Ihre Exzellenz Marta Kos Marko. Redakteur Hanno Taufenbach spricht mit Stiftungsgründer Martin Hoeck über Gepflogenheiten im Umgang mit Botschaftern und über die Ziele seiner Stiftung.

Herr Hoeck, einen Botschafter trifft man nicht alle Tage. Wann und wo haben Sie Ihren ersten Botschafter getroffen?

Martin Hoeck: Das muss 2014 auf einer Veranstaltung mit 25 Botschaftern gewesen sein.

Offiziell wird ein Botschafter mit Exzellenz angesprochen. Ist das eher Etikette oder tatsächlich so üblich?

Botschafter sind ganz normale Menschen und reisen im Regelfall ohne eigene Security. Sie erwarten keinen roten Teppich und viele von ihnen verzichten auf die offizielle Anrede Exzellenz.

Stattdessen heißt es?

Herr oder Frau Botschafterin, manche wollen nur mit ihrem Nachnamen angesprochen werden.

Aber die Krawatte beim Herren ist Pflicht?

Meistens. Ja, aber auch nicht immer. Erst kürzlich begrüßte der Botschafter aus Singapur seine Gäste ohne Krawatte, aber dafür mit einer Flasche Bier in der Hand.

Wie viele Botschafter kennen Sie und warum haben Sie so gute Kontakte zu ihnen?

Theoretisch kenne ich 150 Botschafter, denn so viele sind Mitglied im Ambassadors Club e. V. in Berlin. Ich bin der Vorstandsassistent und der einzige hauptberuflich Beschäftigte im Club.

Und dort treffen sich die Damen und Herren zu Zigarre und Rotwein?

Nein, wir wollen ihnen abseits des diplomatischen Protokolls einen Rahmen zum Austausch geben, laden zu Gesprächen mit hochrangigen deutschen und europäischen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur ein. Es gibt aber auch Hauskonzerte und caritative Abende.

Und jetzt bringen Sie die Botschafter nach Wittenberge.

Genau das habe ich gemeinsam mit Ihrer Zeitung vor. Den Diplomatischen Salon gibt es seit dem vergangenen Jahr bereits in meiner Heimatstadt Eberswalde. Das ist ja auch nicht der Nabel der Welt. Zu Gast waren bisher drei Botschafter: aus dem Kosovo, Dänemark und Marta Kos Marko, die wir ja jetzt in Wittenberge begrüßen.

Ist es schwer, die Botschafter zum Kommen zu bewegen?

Es ist eher ein Problem der Zeit, und einen Termin zu finden. In den Metropolen sind sie oft genug, deshalb freuen Sie sich auf kleinere Städte, auf den ländlichen Raum. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, ihre Heimatländer vorzustellen.

Wie läuft so ein Abend ab?

20 Minuten spricht der Botschafter über sein Land, über Bildung, Wirtschaft oder Tourismus. Danach können die Gäste Fragen stellen. Im Anschluss gab es schon spannende Gespräche bei einem kleinen Imbiss.

Und wie ist die Resonanz?

Anfangs kamen knapp 40 Gäste, jetzt sind es rund 60. Drei Paare verbrachten ihren diesjährigen Urlaub in Slowenien, die Brandenburgische Sportjugend hat eine Zusammenarbeit mit dem kosovarischen Sport begonnen. Die Veranstaltung ist etabliert. Ich denke, dies wird uns auch in Wittenberge gelingen.

Veranstalter ist nicht der Ambassadors Club, sondern die von Ihnen und Ihrem Vater Ralph-Peter gegründete Hoeck-Stiftung. Warum gibt es die Stiftung?

Meine Mutter hatte drei Hirntumore, die man nicht operativ entfernen konnte. Im Februar 2014 ließ ihr Zustand eine Pflege zu Hause nicht mehr zu. Wir bekamen einen Platz im Hospiz Eberswalde, wo sie ihre zwei letzten Monate verbrachte. Die Pflege und das Personal haben uns so beeindruckt, dass wir dem Hospiz helfen wollten. Wir entschieden uns für eine Stiftung.

Warum eine Stiftung?

Hospize sind neben der Finanzierung über die Krankenkassen ständig auf Spenden angewiesen. Das Eberswalder benötigt im Jahr 50 000 Euro. Eine Stiftung kann dauerhaft Hilfe leisten und ich kannte die Arbeit von Stiftungen in den USA.

Wie konkret sieht Ihre Hilfe aus?

Wir haben nicht die Million. Unser Startkapital waren 10 000 Euro, jetzt sind es 23 000. Monatlich geben wir dem Hospiz 100 Euro, insgesamt waren es bisher 1600. Das nenne ich einen Anfang, die Summe soll steigen.

Was erhoffen Sie sich vom Diplomatischen Salon?

Dass unsere Stiftung und unser Ziel bekannter werden. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden von den Gästen an diesem Abend.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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