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Der Prignitzer

26. September 2016 | 02:14 Uhr

Geocaching-Aktion : Ein Jahr und 10 000 Kilometer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Am 1. Januar 2014 hat der „Prignitzer“ sein Maskottchen ausgesetzt und seine Reise über die Berichte der Geocacher verfolgt

Es grenzt ein bisschen an Magie. Man versteckt einen kleinen Schatz und auf wundersame Weise reist er um die Erde, besucht Orte, an denen man selbst noch nie zuvor war. Ja, es gibt sie, die kleine magische Parallelwelt, voller Rätsel, kleiner Wunder und märchenhafter Geschichten. Eine davon ist schon jetzt die unserer Paula.

Seit einem Jahr reist die kleine Plüschente durch Europa. Mehr als 10  000 Kilometer hat sie zurückgelegt und sechs verschiedene Länder gesehen. Dabei taucht sie immer wieder wie von Geisterhand auf.

Was so unglaublich klingt, hat in Wirklichkeit natürlich nichts mit Zauberei zu tun. Sondern mit dem Internetphänomen Geocaching. Geocaching, das ist die moderne Art von Schatzsuche. Jemand versteckt einen sogenannten Cache – also einen Behälter, in den man Sachen ablegen kann – und veröffentlicht die Koordinaten dazu im Internet, damit andere danach suchen können.

Der erste Cache wurde im Jahr 2000 im US-Bundesstaat Oregon von Dave Ulmer vergraben. Dabei handelte es sich um einen Eimer, in dem er neben CDs und Videokassetten auch eine Konserve mit Bohnen versteckte. Inzwischen gibt es weltweit 2,3 Millionen dieser Caches in den verschiedensten Größen – 320  000 davon allein in Deutschland.

Sie existieren, ohne dass Außenstehende sie auch nur erahnen. Als wären sie unsichtbar. Vielleicht liegt in dem alten Briefkasten, an dem man täglich vorbei geht, eine Münze. Vielleicht ist der Stromkasten im Park gar kein echter Stromkasten, oder vielleicht hat jemand in dem Fliederbaum, von dem man sich im Frühjahr immer ein paar Zweige abschneidet, einen Schatz versteckt.

Allein 13  178 dieser wundersamen Caches befinden sich in einem Umkreis von 100 Kilometern rund um Wittenberge. In einem dieser Caches begann auch die Geschichte von Paulas Reise. Es ist genau ein Jahr und drei Tage her, dass wir die kleine Ente in der Nähe der Redaktion aussetzen. Am Fuß trägt sie eine Plakette, auf der steht: „Ich bin Paula und möchte um die Welt reisen. Bitte nimm mich mit.“

Dann hieß es abwarten. Bis dato hatte die ganze Redaktion keine Erfahrungen im Geocachen – uns war klar, jeder gereiste Kilometer ist ein Erfolg. Und so war die Freude groß, als Paula bereits zwei Tage später von der Prignitzer Geocaching-Gruppe „DelMare“ gefunden wurde. Es sollte aber noch einen Monat dauern, bis Paula die Prignitz hinter sich lassen würde. Danach ging alles ganz schnell. Erst machte unser Maskottchen einen Abstecher nach Österreich, reiste dann längere Zeit durch Bayern. Von da aus ging es für sie nach Tschechien und Norwegen und wieder zurück. Schließlich landete sie in Düsseldorf bei einer Familie, die sich „Ha-ste-ti“ nennt.

„Paula hat uns auf vielen tollen Unternehmungen begleitet und wir haben ihr Dortmund gezeigt“, schrieben sie uns. Unter anderem besuchten sie mit Paula die Niederlande, fanden dort jedoch kein geeignetes Versteck für die Ente. Somit ging es für sie zurück nach Düsseldorf und von da aus immer weiter Richtung Norden, bis sie schließlich durch Zufall in Itzehoe landete. Dort machte sich Michael Althaus, Volontär des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags, auf die Suche nach Paula und musste feststellen: „Geocachen ist gar nicht so einfach.“ Die Macher des Verstecks hatten sich viele kleine Rätsel ausgedacht, die man lösen musste, um an den Inhalt zu kommen. Insgesamt versuchte Michael vier Mal sein Glück, bis zum erlösenden Klicken des letzten Schlosses. Schließlich brachte Michael die kleine Zeitungsente mit in unser Haupthaus nach Schwerin. Von dort aus begleitete Paula die Volontäre unserer Zeitung auf Seminarreise nach Brüssel, wo wir sie in einem alten Briefkasten verstecken.

Das war das einzige Mal, dass wir Einfluss auf ihre Reise nehmen konnten. Seitdem reist sie wieder, fast wie von Zauberhand. Zuletzt wurde die in den Niederlanden gesehen. Wo es als nächstes hingeht, das weiß niemand.

 

 

 

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erstellt am 03.Jan.2015 | 12:00 Uhr

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