zur Navigation springen

Wittenberger in Sorge : Drei Löcher im Rasen machen Angst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Anwohner im Wentdorfer Ring hoffen auf Hilfe. Der Abwasserbetrieb untersuchte das Brachland und stellte Ausspülungen fest.

Die Löcher im Rasen neben der Straße im Wentdorfer Ring 3 – gelegen im Eigenheimgebiet in der Wahrenberger Straße – sind nicht riesig. Trotzdem bereiten sie Familie Zeuschner und einigen anderen Bewohnern dort Sorgen. „Ich war 20 Jahre beim Bau tätig, habe einige Erfahrungen. Das sieht nach Ausspülungen aus“, sagt Klaus Zeuschner. Dafür, dass es sich um Spülllöcher handelt, spricht auch, dass jemand aus der Nachbarschaft die Absenkungen schon auffüllte, sie sich aber wieder bildeten.

Ausspülungen können gefährlich sein, man wisse ja nicht, wie es im Untergrund aussieht, meint das Ehepaar. Die Absenkungen selbst befinden sich auf Brachland. Was aber, wenn auch die Straße unterspült wird, Rohrleitungen im Mitleidenschaft gezogen werden? Wer bezahlt die Reparaturen? Oder noch schlimmer, es könnte jemandem etwas passieren. Hinzu kommt, dass der eine oder andere auf das Brachland ausweicht, wenn ihm ein anderes Auto entgegenkommt.

Zeuschners wandten sich mit ihrem Problem an das Ordnungsamt der Stadt, an die Polizei, an den Abwasserbetrieb. Da sie das Gefühl hatten, nicht schnell genug voran zu kommen, riefen sie auch noch den „Prignitzer“ zur Hilfe. Parallel dazu war aber bereits der städtische Abwasserbetrieb tätig geworden, denn einiges sprach dafür, dass die Löcher in Bezug zur Abwasserleitung stehen.

Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, muss man in die Zeit kurz nach der Wende zurückgehen. Der später insolvente Unternehmer Horst Lütgering hatte das Eigenheimgebiet in der Wahrenberger Straße privat erschlossen und mit Eigenheimen bebaut. Die Bebauungspläne kamen bis heute nicht zum Abschluss.

So sollten auf der Brache, auf der sich die Löcher auftaten, ebenfalls Häuser gebaut werden. Rohrabzweigungen auch für Abwasser liegen dort schon im Boden. Und genau dort scheine auch das Problem zu liegen, sagt Martin Hahn. Der Bauamtsleiter ist zugleich Leiter des städtischen Abwasserbetriebs.

Auf den Hilferuf von Zeuschners hin, hatte der technische Bereichsleiter des Eigenbetriebes, Bernd Insel, nämlich eine Kamerabefahrung in dem Teil der Abwasserleitung vorgenommen, der der Stadt gehört. Hahn sagt: „Es wurden Sandeinspülungen gefunden.“ Man müsse also davon ausgehen, dass eines der in die Brachfläche hinein verlegten Rohre defekt sei.

Auf „Prignitzer“-Nachfrage, wie es weitergeht, erklären Hahn und Insel: „Wir werden die Flächeneigentümer wegen Prüfung und gegebenenfalls Reparatur anschreiben.“ Eigentümerin des Areals ist eine Berliner Gesellschaft. Ein Stendaler Bauunternehmen soll dort tätig werden, weitere Häuser bauen.

Nicht ohne Grund erklärte Bernd Insel übrigens, dass die Kamerabefahrung im städtischen Bereich der Abwasserleitung stattfand. Die Querstraßen im Wentdorfer Ring, damit auch die bei Nummer 3, so wie die Abwasserleitungen, sollen laut Stadt den Hauseigentümern gehören. Sie sind damit bei Reparaturen zuständig.  

zur Startseite

von
erstellt am 18.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen