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Der Prignitzer

01. Oktober 2016 | 15:49 Uhr

Miniermotte gefährdet Alleen : Die traurigen Kastanien an der B 5

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Miniermotte hat den Blättern lebensnotwendigen Saft ausgesogen/Landesbetrieb für Straßenwesen plant keine Bekämpfungsmaßnahmen

Die traurigen Kastanien entlang der B 5 zwischen Perleberg und Quitzow: Ihre Blätter waren schon im Sommer verdorrt, die Miniermotte hatte ihnen den lebensnotwendigen Saft ausgesogen. Was tun gegen den Schädling?

Das Laub muss gesammelt und vernichtet werden, damit die Puppen nicht überwintern können. „Im Außenbereich eher schwierig“, räumt Antje Hartwig, zuständig für den Umwelt- und Naturschutz bei der Stadt, offen ein. Im Innenbereich habe man dieses Problem derzeit weniger. Und nicht ohne gewissen Stolz verweist Antje Hartwig auf die wunderschöne Kastanie an der Pferdeschwemme, die schätzungsweise gut 100 Jahre alt und ein Naturdenkmal ist. Dennoch stellt sich die Frage nach dem Schicksal der traurigen Kastanien. Die B5 befindet sich in Hoheit des Landesbetriebes für Straßenwesen und damit auch die Bäume, die sie säumen. Von Thomas Heyne, Vorstand Betrieb und Verkehr bei besagter Behörde, ist zu erfahren, dass hier keine Maßnahmen zur Bekämpfung geplant seien. Begründet werde dies mit der Vielzahl von Kastanien an Bundes- und Landesstraßen, der „haushälterischen Situation und, dass „keine weitere Betroffenheit von Schutzgütern, sprich Mensch, Tier, Pflanzen und Boden“, gegeben sei. Die Kastanien verlieren ihre ästhetische Qualität ein bis zwei Monate vor dem eigentlichen Laubfall. Bisher seien noch keine Nachweise bekannt, so Heyne, dass der Befall durch die Rosskastanienminiermotte zum Absterben der Bäume führt. Bekannt sei nur, dass durch die verringerte Assimilation und Photosynthese die Kastanien langsamer wachsen und ihre Früchte in der Regel nicht mehr so groß werden.

Doch nicht nur einen traurigen Eindruck vermitteln die Kastanien entlang der B 5, die Lücken zwischen den Bäumen sind in den Jahren auch immer größer geworden. Platz für neue ist somit ausreichend da, bestätigt auch die Umweltfachfrau bei der Stadt.

Die Antwort des Landesbetriebes: Es werden überwiegend neue Alleenabschnitte gepflanzt. Lückenbepflanzungen kommen nur im Ausnahmefall in Frage, wenn es pflanzenbaulich sinnvoll ist, das heißt, wenn der Altersabstand zwischen Altbestand, Bäumen mit einem Stammumfang von bis zu 60 Zentimetern, und Lückenbepflanzung nicht zu groß ist. Systematisch werden unter Berücksichtigung bestimmter Voraussetzungen – wie beispielsweise keine vorhandenen Leitungen, Landkauf ist möglich um den notwendigen Abstand zu gewähren, etc. – Pflanzabschnitte für Alleen gesucht, geplant und gepflanzt, erläutert Heyne.

 

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erstellt am 19.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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